"In Zeiten des abnehmenden Lichts"; © Hannes Hubach/X-Verleih AG
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Drama - "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Bewertung:

Komödie und Tragödie, Drama und Satire liegen in dieser Verfilmung von Eugen Ruges Familiendrama ganz nah beieinander. Die tieferen Zusammenhänge erschließen sich jedoch nur dann, wenn man auch den Roman gelesen hat.

Ost-Berlin im Oktober 1989: Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) hat während der Nazizeit im kommunistischen Widerstand gekämpft, ist dann nach Mexiko emigriert und hat nach seiner Rückkehr in der Partei Karriere gemacht.

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Evgenia Dodina, Sylvester Groth; © Hannes Hubach/X-Verleih AG | Bild: Hannes Hubach/X-Verleih AG

Sohn & Enkel

Sein Sohn Kurt (Sylvester Groth) ist nicht ganz so linientreu, schließlich hat er in der Nachkriegszeit im russischen Arbeitslager die Schattenseiten des Kommunismus kennengelernt. Trotzdem hat er gelernt, sich mit dem System zu arrangieren und trägt als Historiker an der Uni sogar zu seinem Erhalt bei.

Und dann ist da noch Sascha (Alexander Fehling), der Enkel, ein Vertreter der Ost-Berliner Künstler- Bohéme, der in einer Abbruch- Wohnung im Prenzlauer Berg lebt. Er bricht mit Familie und Staat und geht in den Westen – ausgerechnet am 90. Geburtstag seines Großvaters, der davon aber möglichst nichts erfahren soll.

Buchgrundlage

Wende-Romane gibt es in der deutschen Literatur-Geschichte eine ganze Menge. Nur wenige von Ihnen aber waren so erfolgreich wie Eugen Ruges Familiendrama "In Zeiten des abnehmenden Lichts". Das Buch bekam 2011 den Deutschen Buchpreis, stand anschließend mehr als 40 Wochen auf der Bestseller-Liste des Spiegels und wurde anschließend fürs Theater adaptiert.

"In Zeiten des abnehmenden Lichts"; © Hannes Hubach/X-Verleih AG
© Hannes Hubach/X-Verleih AG | Bild: Hannes Hubach/X-Verleih AG

Kammerspiel

Matti Geschonneck hat sich in seiner Kino- Fassung auf den Kern der Handlung konzentriert, auf die Geburtstagsfeier des Familien- Patriarchen. Während draußen die kommunistische Welt aus den Fugen gerät, versuchen die Gäste drinnen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen - ein schönes Sinnbild für den Untergang der DDR. Allerdings hat Geschonnecks Film eher den Charakter eines Kammerspiels als den eines großen Gesellschaftspanoramas. Viele Figuren tauchen nur am Rande auf und die Handlungsstränge in Mexiko und Sibirien sind ganz weggefallen.

"In Zeiten des abnehmenden Lichts"; © Hannes Hubach/X-Verleih AG
© Hannes Hubach/X-Verleih AG | Bild: Hannes Hubach/X-Verleih AG

Saftige Dialoge

Immerhin hat es Drehbuch-Autor Wolfgang Kohlhaase geschafft, in seinen Dialogen einiges vom saftigen Kolorit des Romans zu erhalten: Schaurig-schön, wie sich Wilhelms Frau Charlotte (Hildegard Schmahl), die Zeit ihres Lebens das Gefühl hatte, zu kurz gekommen zu sein, an ihrem langsam vergreisenden Ehemann rächt. Oder wie Irina (Evgenia Dodina), die russische Ehefrau von Kurt, mit ihrem wodka- seligen Auftritt für einen unfreiwilligen Höhepunkt der Geburtstagsparty sorgt. Komödie und Tragödie, Drama und Satire liegen hier ganz nah beieinander. Die tieferen Zusammenhänge erschließen sich jedoch nur dann, wenn man auch den Roman gelesen hat.

Christine Deggau, kulturradio

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