BV (Ryan Gosling) und Faye (Rooney Mara) ©Studiocanal/Van Redin
Van Redin
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Musikfilm/ Drama - "Song to Song"

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Der neue Film von Terrence Malick über eine Dreiecksgeschichte im Musik-Business - mit Gastauftritten von Patti Smith, Iggy Pop und den Red Hot Chili Peppers.

Es sind ganz unterschiedliche Geschichten, die der amerikanische Regisseur Terrence Malick in seinen Filmen erzählt: In "Badlands" geht es um ein mörderisches Pärchen, das durch die einsame Weite des amerikanischen Landes zieht. In "Die Glut des Südens" um eine Familie, die bei der Weizenernte für's Existenzminimum schuftet. In "Der schmale Grat" um Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg mit den Japanern um eine Bergkuppe kämpfen, in "The New World" um Einwanderer, die im 17. Jahrhundert ein harsches Virginia kolonialisieren oder in "The Tree of Life" um eine Familie, die um Sohn und Bruder trauert. Doch bei aller Unterschiedlichkeit gibt es ein wiederkehrendes zentrales Thema, das ist die Liebe als Fluchtpunkt und Verheißung.

Cook (Michael Fassbender) genießt die Aussicht ©Studiocanal/Van Redin
Cook (Michael Fassbender) genießt die Aussicht ©Studiocanal/ Van Redin | Bild: Van Redin

Eine Dreiecksgeschichte

Jetzt läuft unter dem Titel "Song to Song" der neue Film des Ausnahme-Regisseurs an, in dem die Liebe erneut das zentrale Motiv ist. Nach "Knight of Cups", der zuletzt in Los Angeles im Filmgeschäft angesiedelt war, spielt "Song to Song" im Musik-Business in Austin, Texas, Malicks Heimatstadt. Im Zentrum steht die berufliche und private Dreiecksgeschichte zwischen Rooney Mara als angehender Sängerin, Michael Fassbender als Musikproduzent und Ryan Gosling als Songwriter.

Patti Smith und Faye (Rooney Mara) © Studiocanal/Van Redin
Patti Smith und Faye (Rooney Mara) © Studiocanal/ Van Redin | Bild: Van Redin

Eine Erzählung wie ein Puzzle

Um das Trio gruppieren sich noch weitere Frauen, die unter anderem von Cate Blanchett und Natalie Portman verkörpert werden, sowie eine Reihe berühmter Musiker wie Patti Smith, Iggy Pop und Johnnie Lydon, die beim Besuch einschlägiger Musikfestivals ins Spiel kommen.

Dabei setzt sich die Erzählung meditativ und impressionistisch wie ein Puzzle aus einer losen Folge von Begegnungen zusammen, denen aus dem Off die Gedankenströme der Helden zugeordnet sind.

Großartige Kameraführung

Um den delirierenden Sog dieses Kinos genießen zu können, muss man sich als Zuschauer von klassischen Erzählkonventionen lösen und sich stattdessen einem Rausch der Bilder hingeben, der durch den virtusoen Schnitt und insbesondere durch die grandiose Kameraarbeit von Emmanuel Lubetzki entsteht.

Mit ihm zusammen hat Malick in den letzten Jahren seinen ganz besonderen visuellen Stil perfektioniert, eine traumverlorene Schwerelosigkeit, die über die schöne Oberfläche hinaus immer eine spirituelle Suche nach Erkenntnis ist, nach Antworten auf die drängenden Fragen der menschlichen Existenz, die Malick vor seiner Karriere als Filmregisseur schon im Philosophiestudium erforscht hat.

Anke Sterneborg, kulturradio

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