"Einmal bitte alles"
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Komödie - "Einmal bitte alles"

Bewertung:

Mit "Einmal bitte alles" präsentiert die Filmemacherin Helena Hufnagel ihren ersten Spielfilm. Darin geht es um die Mittzwanzigerin Isi, die die Uni gerade hinter sich gelassen hat, aber mit dem Leben einer Erwachsenen noch nicht allzu viel anfangen kann. Denn Isi hat noch Träume und die kollidieren mit dem, was ihr Umfeld so lebt.

Verzögerte Adoleszenz nennt man das Phänomen, "Arrested Development" war sogar der Titel einer ganzen Serie: In dem Alter, in dem die Eltern ein Studium abgeschlossen, eine Existenz gegründet, geheiratet und Kinder bekommen haben, eiern zahllose Twentysomethings von heute noch planlos durchs Leben, fangen nicht selten mit dreißig ein Studium an, das sie dann womöglich auch abschließen werden. Wenn Andrea Nahles von Menschen spricht, die nach 45 Jahren Berufsleben das Recht auf eine Rente haben sollten, sind sie ganz sicher nicht gemeint.

"Einmal bitte alles"
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Isis ganzes Leben bröckelt

Nun erzählt Helena Hufnagel in ihrem Spielfilmdebüt "Einmal alles bitte" genau so eine Geschichte einer veritablen Lebenskrise mit 27. Isi lebt mit einer Freundin in einer Münchener Mini WG, in einem Arrangement, das deutlich zu provisorisch ist für bald dreißig.

Doch dann kommt es zunehmend schlimmer, Isis ganzes Leben bröckelt, ihr Verlagspraktikum wird gekündigt und damit auch ihre Hoffnung, dort ihre graphic novel zu veröffentlichen, zerschmettert. Durch die neue Liebe ihrer Mitbewohnerin wackelt das Wohnungsarrangement, sie muss in der ebenfalls sehr provisorischen Wohnung eines Freundes unterschlüpfen und sich mit leerem Bankkonto und Gelegenheitsjobs rumschlagen.

Das Lebensgefühl der Generation Y

Erzählt ist das auf verspielte, lockere und luftige Weise, die Wohnungen sind bunt und phantasievoll eingerichtet, in einem jugendlich anmutenden München. Luise Heyer verkörpert eine sympathisch verwuschelte Jugendlichkeit, die sehr authentisch und gar nicht aufgesetzt wirkt. Glaubhaft fängt Helena Hufnagel das Lebensgefühl der sogenannten Generation Y ein, bei denen 30 das neue zwanzig ist.

"Einmal bitte alles"
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Ihre Heldin will "einmal bitte alles", hat aber das Gefühl, einfach keine Chance zu bekommen, ähnlich wie es die Regisseurin mit 27 selbst erlebt hat. Inspirieren ließ sie sich bei ihrem Spielfilmdebüt von F. Scott Fitzgeralds Roman "Die Schönen und die Verdammten", den Isi als graphic novel auf unsere Zeiten überträgt. Im Film werden daraus Zitate aus dem Off von Jessica Schwarz gelesen, wodurch Isis klägliches Leben in märchenhaftem Licht literarisch und philosophisch überhöht wird. Auch wenn der Film nicht der ganz große Wurf ist, fängt er doch ein glaubhaftes Generationen-Portrait ein. 

Anke Sterneborg, kulturradio

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