Träum was Schönes © Filmperlen/Simone Martinetto
Filmperlen/Simone Martinetto
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Drama - "Träum was Schönes"

Bewertung:

Ein faszinierend vielschichtiger Film über Trauer und  Verlust. Fließend wechselt der Film zwischen verschiedenen Stimmungen und Zeitebenen und Horrorfilmzitaten.

Kindheitstraumata wirken lange nach, umso stärker wenn sie verdrängt werden. Frieden finden die Gebeutelten häufig, indem sie sich die rumorenden Probleme in autobiografisch gefärbten Romanen von der Seele schreiben. In den nächsten Wochen kommen bei uns gleich zwei Verfilmungen solcher Werke ins Kino, im September aus der Perspektive der Kolumnistin und Schriftstellerin Jeannette Walls, die in "Das gläserne Schloss" ihre wilde Aussteigerkindheit verarbeitet. Diese Woche kommt Marco Belocchios Verfilmung des Bestsellerromans "Träum was Schönes" in unsere Kinos,

Der mehr als vierzig Jahre zurückliegende, mysteriöse Tod der Mutter lastet wie ein schwerer Schatten über dem Leben des Sportjournalisten und Kriegsberichterstatters Massimo. Momente federleichten Glücks, in denen er mit seiner Mutter ausgelassen durch die Wohnung tanzt, stehen schwermütigen  Szenen innerer Abwesenheit gegenüber. Als Massimos Vater stirbt, geht der anschließende Prozess der Wohnungsauflösung mit dem Aufräumen im Seelenhaushalt einher.

Träum was Schönes © Filmperlen/Simone Martinetto
Bild: Filmperlen/Simone Martinetto

Den erwachsenen Massimo spielt Valerio Mastandrea mit einer sehr männlichen Ausstrahlung, in der immer wieder die orientierungslose Verlorenheit eines kleinen Jungen aufblitzt. Die aus dem Oscarprämierten Stummfilm "The Artist" bekannte Bérenice Bejo oszilliert zwischen ärztlichem Pragmatismus und zart romantischen Impulsen.

Träum was Schönes © Filmperlen/Simone Martinetto
Bild: Filmperlen/Simone Martinetto

Faszinierend vielschichtiger Film

Die Stimmung schwankt zwischen düsterer Despression in entsättigten, fast schwarzweiß anmutenden Farben und luftig leichten Schlupflöchern in Phantasie und Erinnerung. Fließend wechselt der Film zwischen verschiedenen Stimmungen und Zeitebenen und Horrorfilmzitaten, die eine weitere Wahrnehmungsebene eröffnen. "Träum was Schönes" ist ein faszinierend vielschichtiger Film über Trauer und Verlust, der an die in Vergessenheit geratene große Zeit des italienischen Kinos anknüpft.

Anke Sterneborg, kulturradio

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