"Logan Lucky", © Fingerprint Releasing
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Gaunerkomödie - Logan Lucky

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Mit der Gaunerkomödie "Ocean’s Eleven" landete der amerikanische Independent-Regisseur Steven Soderbergh 2001 seinen größten kommerziellen Erfolg. Drei "Ocean"-Filme gibt es mittlerweile, 26 Filme hat Soderbergh bisher insgesamt gedreht. Nun sein neues Werk: "Logan Lucky".

Wieder geht es um einen genialen Coup, um an das große Geld zu kommen – wenn auch längst nicht so schillernd und elegant wie in "Oceans's Eleven". Hier sind es hier vor allem die Ingredienzien einer Gaunerkomödie, die Soderbergh perfekt beherrscht: von der Idee bis zu dem raffinierten Einbruch selbst ist es lustig und spannend.

Loser, die sich nicht unterkriegen lassen

Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, die beide wenig Glück im Leben haben. Clyde (Adam Driver) hat im Krieg seinen Arm verloren und arbeitet jetzt als Barkeeper. Sein Bruder Jimmy (Channing Tatum) musste seine Karriere als Sportler wegen einer Knieverletzung an den Nagel hängen und jobbt auf dem Bau. Als er hier von einem Tag auf den anderen rausfliegt, begreift er, dass er es mit ehrlicher Arbeit nie schaffen wird, ein besseres Leben zu führen und beschließt ein Ding zu drehen. Gemeinsam mit seinem Bruder, seiner Schwester und einem Panzerknacker, der dafür allerdings erst mal aus dem Gefängnis befreit werden muss, wollen sie die Einnahmen während eines berühmten Autorennens in North-Carolina klauen.

Hier geht es um das Amerika von heute, um Menschen aus der Provinz, die keine Perspektive haben, sich aber nicht unterkriegen lassen und auf ihre Art versuchen, klar zu kommen. Kriminell werden diese beiden aus der Erkenntnis heraus, dass ihr Leben in dieser Gesellschaft eine Sackgasse ist.

"Logan Lucky", © STUDIOCANAL / Claudette Barius
© STUDIOCANAL / Claudette Barius | Bild: STUDIOCANAL

Großes, komödiantisches Talent: Daniel Craig

Die beiden Brüder werden gespielt von Channing Tatum, der schon in seinem "Magic Mike" zu Hochform auflief, und Adam Driver, der gerade bei Jim Jarmusch als schweigender, dichtender Busfahrer "Paterson" brillierte und der hier seiner Linie als stilles Wasser treu bleibt. Der große Überraschungscoup aber ist 007-Daniel Craig als etwas beschränkter Bombenfachmann. Statt Coolness darf Craig mal hier sein komödiantisches Talent zeigen. Und das macht er großartig.

Logan Lucky © Claudette Barius/ Fingerprint Releasing - StudioCanal/dpa
© Fingerprint Releasing / Claudette Barius | Bild: dpa

Mit eigenem, unabhängigem Filmverleih

Nachdem er schon mehrfach seinen Ausstieg als Filmregisseur angekündigt hat, ist Soderbergh doch immer zum Kino zurückgekehrt. Jetzt "Lucky Logan" und bald "Ocean's Eight": das Ganze "Ocean"- Projekt als Frauen-Geschichte. Die letzten vier Jahren allerdings arbeitete er für's Fernsehen, wo er, wie er sagt, die Freiheiten genießt, die er beim Kino nicht mehr findet. Auch das ist ein Grund für die Gründung seiner neuen Firma "Fingerprint Releasing" mit der er ein ganz neues Geschäftsmodell vorstellt. Knapp die Hälfte der US-Einnahmen der Filme nämlich geht zusätzlich zu den Gagen an den Pool aller Mitwirkenden: wird also aufgeteilt zwischen Schauspieler und Stab. "Logan Lucky" ist der erste Film, den er so produziert hat und mit dem er vollkommene Unabhängig von den Hollywood-Studios demonstriert. Von denen hat er offensichtlich die Nase voll.

Christine Deggau, kulturradio

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