The Circle: Emma Watson © Universum Film GmbH
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Drama, Thriller, Science Fiction - "The Circle"

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Es gab immer wieder Romane, die mit düsteren Zukunftsprognosen zu Klassikern der modernen Literatur wurden. "The Circle" - geschrieben von Dave Eggers - wird gerne in diesem Zusammenhang genannt. Die Geschichte einer Frau, die ihr ganzes Leben einem allmächtigen Internetkonzern ausliefert, ist jetzt im Kino zu sehen.

Mae Holland (Emma Watson) ist eine kleine Versicherungs-Angestellte in der kalifornischen Provinz, angeödet von ihrem langweiligen Leben und ihrem Job. Über ihre alte Freundin Annie (Karen Gillan) bekommt sie unverhofft das Angebot, bei "The Circle" im Silicon Valley anzufangen – einem großen Internet-Konzern à la Google, Amazon oder Facebook.

The Circle: Tom Hanks © Universum Film GmbH
Tom Hanks © Universum Film GmbH Bild: Universum Film GmbH

Großartig: Tom Hanks

In der schönen neuen Welt des Internet 2.0 macht Mae schnell Karriere. Sie ist völlig hingerissen von den Arbeitsbedingungen, von dem Firmencampus mit Yoga-Kursen, Sushi-Restaurants,  Beachvolleyball- Feldern und extravaganten Partys. Da erscheint es ihr nur recht und billig, dass sie immer mehr von ihrer freien Zeit aufgeben muss, dass ihr privates und ihr berufliches Ich immer mehr ineinander übergehen. Schließlich entscheidet sich Mae sogar - auf Drängen des charismatischen Firmengründers Bailey (großartig: Tom Hanks) - komplett "Live" zu gehen, ihr gesamtes Leben 24 Stunden am Tag mit einer Kamera ins Internet zu übertragen – getreu dem Firmenmotto "Secrets are Lies" – wer der Öffentlichkeit nicht alles von sich mitteilt, der ist ein Lügner.

The Circle: Emma Watson © Universum Film GmbH
Emma Watson © Universum Film GmbH | Bild: Universum Film GmbH

Düstere Zukunftsprognose

Erst ganz allmählich stellt Mae fest, dass beim Circle auch ganz handfeste kommerzielle und politische Interessen eine Rolle spielen – und das diejenigen, die sich dem Circle  nicht zu 100 Prozent öffnen, stigmatisiert und drangsaliert werden.  Die schöne neue Welt der sozialen Netzwerke – so lautet die ernüchternde Erkenntnis der jungen Frau - ist in Wahrheit  eine totalitäre Internetdiktatur, die sich nach und nach alle Bereiche des öffentlichen Lebens aneignet.

Es gab in den letzten hundert Jahren immer mal wieder Romane, die mit düsteren Zukunftsprognosen zu Klassikern der modernen Literatur wurden: George Orwell’s "1984" oder die "Schöne Neue Welt" von Aldous Huxley. Auch "The Circle", geschrieben vor 4 Jahren vom US-Amerikaner Dave Eggers, wird gerne in diesem Zusammenhang genannt, selbst wenn manche Kritiker beim Erscheinen des Romans seine literarische Qualität bemängelten.

Happy End statt Open End

Für die Verfilmung haben Eggers und US-Regisseur James Ponsoldt nun zusammen gearbeitet. Dabei hält sich ihr Drehbuch relativ eng an die Romanvorlage – nicht unbedingt ein Vorteil angesichts der Tatsache, dass der Roman an manchen Stellen bereits von der Realität eingeholt wurde. Man kann sich vorstellen, dass man diesen Film in 10 oder 20 Jahren sieht und dabei ein bisschen ins Schmunzeln gerät. Regelrecht  ärgerlich ist dagegen die Tatsache, dass Eggers und Ponsoldt das offene Ende des Romans gegen ein seifiges Happy End eingetauscht haben – und so die Aussage des Films auf den Kopf stellen.

Carsten Beyer, kulturradio

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