A Ghost Story; © Universal Pictures
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Romanze - "A Ghost Story"

Bewertung:

Angesichts allgegenwärtiger Horror-Szenarien vergisst man leicht, dass es nicht nur böse und aggressive Geister gibt, sondern auch friedliche und gute.

Geister gerade Verstorbener, die im Limbo zwischen den Welten hängen bleiben, dem geliebten Menschen unsichtbar nah. "A Ghost Story" ist kein gruseliger Horrorfilm, und auch keine ausgelassene Komödie. Auf dem Filmdatenportal imdb (International Movie Data Base) wird "A Ghost Story" als Drama, Fantasy und Romanze beschrieben, ein weites Feld also, das der amerikanische Schriftsteller und Regisseur David Lowery da eröffnet.

Der Film beginnt als Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann (Casey Affleck) und einer jungen Frau (Noomi Rapace), in intimen Momenten großer Vertrautheit. Die beiden sind gerade im Umzug begriffen, vom texanischen Land nach New York. Da geschieht direkt vor dem einsam gelegenen Haus ein Unfall.

Kurz nachdem sie im Leichenhaus von ihm Abschied genommen hat, erhebt sich sein Körper samt Leichentuch, um in unaufgeregtem Schwebegang nach Hause zu wandeln. Dort wacht er fortan als tröstender, wachsamer und bald auch eifersüchtiger Geist über die Geschicke seiner Geliebten. Gefangen an dem Ort, an dem er zuletzt gelebt hat, gefangen auch im altmodisch gedrungenen 1,33:1-Format, abgefedert im weichen Dunst sphärischer Sounddesign-Klänge.

Dabei entwickelt der Film, der keiner klassischen Handlungsdramaturgie folgt sondern die Szenen lose, wie aus dem Fluss der Zeit gelöst aufeinanderfolgen lässt, einen ganz eigentümlich meditativen Sog.

A Ghost Story; © Universal Pictures
Bild: Universal PicturesBild: Universal Pictures

Obwohl Casey Affleck fast ausschließlich unter einem Leintuch agiert, gelingt es ihm nur mit Körperhaltung und Bewegungen herzergreifend komplexe Gefühle zu vermitteln. In fließenden Bewegungen gleitet er schwerelos durch Raum und Zeit. Und obwohl an Stelle der Augen nur provisorisch ins Tuch geschnittene schwarze Löcher sind, hat man den Eindruck, eine unendliche Traurigkeit darin zu sehen.

Statt Angst und Schrecken zu schüren, komponiert David Lowery eine stille Meditation über Tod, Trauer, Verlust und die Notwendigkeit loszulassen. Ähnliche Themen hat er auf ganz andere, kindlich phantastische Weise schon in "Elliot, der Drache" umkreist.

Anke Sterneborg, kulturradio

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