"Lieber Leben"; © Neue Visionen Filmverleih
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Drama | Komödie - "Lieber leben"

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Ben (Pablo Pauly) ist ein junger Mann Anfang 20, ein leidenschaftlicher Basketballer und Sportstudent. Eines Tages bricht er sich bei einem Sportunfall einen Wirbel und ist von einem Tag auf den anderen an allen vier Gliedmaßen gelähmt.

Wie ist das, wenn man plötzlich von Hundert auf Null gesetzt wird? Wenn man nicht mal mehr alleine aus einer Tasse trinken oder den Fernsehkanal wechseln kann? Wie gehen die Angehörigen damit um, die Freunde, die Arbeitskollegen? Gibt es überhaupt noch ein lebenswertes Dasein nach der Querschnittslähmung oder ist danach alles sinnlos?

Die ersten Minuten dieses Films sind aus der Perspektive des Patienten aufgenommen, die Kamera ist auf einer Trage festgeschnallt: Die langen Korridore im Krankenhaus fliegen vorbei, die Gesichter der Ärzte, die sich über den Patienten beugen, die besorgten Eltern, die Freunde, die gar nicht so recht wissen, was sie sagen sollen, aber auch der gutgelaunte Pfleger, der morgens in aller Herrgottsfrühe fröhlich pfeifend ins Zimmer kommt und erst mal ohne zu fragen den Fernseher anschaltet. Es ist zunächst ein nicht enden wollender Alptraum, der sich da abspult. Doch je mehr sich Ben ins Leben zurückarbeitet, je mehr er sich Stück für Stück, Milimeter für Milimeter seine Mobilität und seine Würde wieder erkämpft, desto lebendiger wird auch der Film.

"Lieber Leben"; © Neue Visionen Filmverleih
© Neue Visionen FilmverleihBild: Neue Visionen Filmverleih

Ein universelles Statement - mit humorvoller Seite

"Lieber leben" ist das Leinwand-Début des französischen Rapper Fabian Marsaud alias Grand Corps Malade. Auch er hatte als Jugendlicher einen Sportunfall und konnte nur mühsam über Jahre seine Beweglichkeit zurückgewinnen. Sein Markenzeichen ist bis heute die Krücke, auf die er sich bei seinen Auftritten stützt. Trotzdem ist "Lieber leben" kein autobiographischer Film, sondern eher ein universelles Statement über das Schicksal von Querschnittsgelähmten.

Bei seinem Weg zurück ins Leben helfen Ben vor allem die anderen Patienten auf der Reha- Station, die er im Lauf seiner Therapie kennenlernt: der Marokkaner Fahrid (Soufiane Guerrab), der schon seit seinem vierten Lebensjahr im Rollstuhl sitzt, der sensible Steeve (Franck Falise) oder Toussaint (Moussa Mansaly), ein ehemaliger Bodybuilder, der nach einem schweren Unfall nicht mal mehr einen kleinen Finger bewegen kann. Sie alle sind Menschen, die es geschafft haben, ihrem Schicksal eine humorvolle Seite abzugewinnen. Und dann ist da ja auch noch die schöne Samia (Nailia Harzoune), eine junge Frau im Rollstuhl, die romantische Gefühle für Ben entwickelt …

Doch das Happyend bleibt aus. Fabien Marsaud setzt eher auf Ironie und auf Understatement als auf das ganz große Pathos. Klar, die Patienten auf dieser Reha-Station bilden eine Schicksalsgemeinschaft – aber es ist eben eine Schicksalsgemeinschaft, die sich vor allem über den  Galgenhumor definiert.

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Carsten Beyer, kulturradio

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