"Loving Vincent"
Bild: Weltkino Filmverleih; © Loving Vincent

Drama | Animation - "Loving Vincent"

Bewertung:

Ein experimentelles Drama, dass mit aufwendiger Animationstechnik die Umstände des vermutlichen Selbstmords von Vincent van Gogh nacherzählt.  

Arles, ein Jahr nach dem Tod von Vincent van Gogh: Armand Roulin (Douglas Booth), Sohn des örtlichen Postmeisters, bekommt von seinem Vater (Chris O‘Dowd) den Auftrag, einen liegengebliebenen Brief van Goghs an dessen Bruder Theo auszuliefern, einen Kunsthändler in Paris. Dort angekommen, muss Roulin feststellen, dass auch Theo van Gogh mittlerweile nicht mehr lebt.

Je mehr sich Roulin mit dem toten Maler beschäftigt, desto mehr ist er von dessen Schicksal fasziniert. Er möchte herausfinden, warum van Gogh Selbstmord begangen hat. Doch auch in Auvers-sur-Oise, an dem Ort, an dem Vincent van Gogh die letzten Monate seines Lebens verbracht hat, kommt er der Antwort nicht näher. Steckt der mysteriöse Dr. Gachet (Jerome Flynn) hinter dem Zusammenbruch van Goghs? Hat dessen Tochter (Saoirse Ronan) ihre Hand im Spiel? Oder ist van Gogh gar einem Unfall zum Opfer gefallen?

"Loving Vincent"
"Loving Vincent"; © Loving VincentBild: Weltkino Filmverleih; © Loving Vincent

Ein Animationsfilm im Stile van Goghs

Künstler- Biographien hat es im Kino schon viele gegeben: Kaum ein berühmter Maler, Musiker oder Schriftsteller, dem man nicht auf der Leinwand ein Denkmal gesetzt hätte. Trotzdem ist "Loving Vincent" etwas Besonderes: Ein Animationsfilm im Stile Vincent van Goghs – zusammengesetzt aus schwarzweiß gedrehten Spielszenen, die nach van Gogh- Gemälden entstanden sind und die anschließend in jahrelanger Kleinarbeit im Rotoskopie- Verfahren nachkoloriert wurden.

Dabei haben sich die beiden Regisseure Dorota Kobiela und Hugh Welchman vor allem darum bemüht, den Bildern Vincent van Goghs gerecht zu werden. Knapp 100 Ölgemälde des Holländers sind in dem Film umgesetzt, an die 65 000 Einzeleinstellungen wurden in mühevoller Handarbeit nachgemalt. Auf der großen Leinwand ist das beeindruckend, denn die polnischen Animationskünstler haben sowohl die satten Farbtöne Van Goghs als auch seinen wellenförmigen Pinselstrich gut getroffen.

Mehr für die Augen als für den Kopf

Die Geschichte selbst bleibt dagegen dünn. Die meisten Spielszenen und Dialoge wirken holzschnittartig und konstruiert und die Schauspieler können aufgrund des Rotoskopie – Verfahrens kaum Akzente setzen: Hinzu kommt, dass man auch nicht wirklich etwas Neues über Van Gogh erfährt: Ein Film mehr für die Augen als für den Kopf.

Carsten Beyer, kulturradio

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