Das Leben ist ein Fest
Universum Film; © Thibault Grabherr
Bild: Universum Film; © Thibault Grabherr

Komödie - "Das Leben ist ein Fest"

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Sechs Jahre ist es her, dass das Autoren- und Regie-Duo Olivier Nakache und Eric Toledano mit der Komödie "Ziemlich beste Freunde" zum weltweiten Triumphzug ausholte. Mit der Komödie "Das Leben ist ein Fest" sind sie zurück.

Ihr erster großer Erfolg, das buddy movie über einen schwerreichen und missmutigen weißen Mann im Rollstuhl und seinem lebenslustigen, energiestrotzenden schwarzen Pfleger bezauberte mit seiner Mischung aus Gefühl und Komik. Nachdem auch ihr zweiter Film "Heute bin ich Samba" auf dem extrovertierten Charme des Hauptdarsteller Omar Sy basierte, wechseln sie mit ihrem neuen Film  "Das Leben ist ein Fest" Thema und Tonlage.

Das Leben ist ein Fest
Bild: Universum Film; © Thibault Grabherr

Eine Hochzeitsfeier aus der Perspektive der Bediensteten

Es geht um eine aufwendige Hochzeitsfeier, was im Kino ja meistens weniger mit dem großen Glück und mehr mit großen Problemen zu tun hat, in diesem Fall nicht aus dem Innern der betroffenen Familie heraus erzählt, sondern aus der Perspektive der Bediensteten. Das heißt, anders als in den überdrehten, amerikanischen Wedding-Planner-Komödien bietet "Das Leben ist ein Fest" einen fast dokumentarischen Einblick in einen Arbeitsbereich, der auf sanfte Weise komödiantisch zugespitzt ist und durch das Hochzeitsumfeld mit unaufdringlicher Magie überhöht ist. Das Fest im historischen Schloss aus dem 17. Jahrhundert ist das konkrete Fallbeispiel für den Arbeitsalltag, in dem alle Fäden bei Max zusammenlaufen, der seit Jahrzehnten Hochzeiten ausrichtet. Viele verschiedene Kräfte wirken hier gegeneinander: die Eitelkeit des Sängers, der für's Musikprogramm zuständig ist, die Unfähigkeit eines arbeitslosen Lehrers, den Max aus verwandtschaftlicher Gnade eingestellt hat, die Widerborstigkeit der ruppigen Assistentin, die überall aneckt, der Ärger mit einem arroganten Fotografen, der sich vor allem dem Buffet widmet, die Kellner, die in historischen Kostümen nicht arbeiten wollen, dazu noch eine Lebensmittelvergiftung unter dem Personal und private Verwicklungen mit einer Geliebten.

Das Leben ist ein Fest
© Thibault Grabherr | Bild: Universum Film

Gespielt wird Max von Jean-Pierre Bacri, (vor allem aus den Filmen seiner Frau Agnes Jaoui bekannt: "Schau mich an", "Lust auf anderes"), der den  Film mit feinem, lebensphilosophischen Humor erdet. Mit zerknittert sorgenvollem Gesicht und schütterem Haar behauptet er sich wacker gegen die Widrigkeiten des Alltags, von den Tücken der Autokorrektur im Handy über die Probleme mit unregistrierten Aushilfsarbeitern bis zum schweren Herzschmerz. Was leicht in überdrehten Slapstick ausarten könnte, ist unter dem Einfluss von Bacri sehr menschlich und tiefgründig, so seelen-wie humorvoll. Im Kontrast zu "Ziemlich beste Freunde" und "Heute bin ich Samba", die ihre Funken aus dem Clash der Schwarzweiß- Kulturen schlugen, ist "Das Leben ist ein Fest" ein weitverzweigter Ensemblefilm. Geblieben ist der wachsame Blick für den Puls der Zeit und das Vertrauen darauf, dass das Zusammenwirken sehr unterschiedlicher Menschen möglich und produktiv ist. Ohne jemals gewaltsam erzwungen zu wirken, entwickelt sich eine betörende Leichtigkeit und ein sehr zärtlicher, feiner Humor.

Anke Sterneborg, kulturradio

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