Die dunkelste Stunde; © Universal Pictures International
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Drama - "Darkest Hour"

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Nach "Churchill" und "Dunkirk" ist "Darkest Hour" innerhalb kürzester Zeit schon der dritte Film, in dem es um die Rolle Englands im Kampf gegen Hitler geht. Eine gute Ergänzung?

Vor gerade mal einem halben Jahr kam unter dem Titel "Churchill" ein Film in die Kinos, der das Leben des Politikers aus einer prägnanten Episode destillierte, aus den sechs Tagen vor der alliierten Gegenoffensive gegen Hitlers Blitzkrieg im April 1944.

Brian Cox spielte den berühmten Staatsmann grunzend und schnaubend, röchelnd und qualmend als gebrochenen und widerspenstigen Mann, der sich von jüngeren Generälen auf die Zuschauerbank gedrängt fühlt, und von Frau, Chauffeur und König wie ein tobendes Kind beruhigt werden muss. Nun kommt ein weiterer Film über Churchill in unsere Kinos, "Darkest Hour" von Joe Wright mit Gary Oldman in der Rolle des legendären britischen Staatsmannes.

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Im Fat-Suit zum Oscar?

"Darkest Hour"  spielt ein paar Jahre vor "Churchill", 1940, in den vier Wochen, in denen in England die Entscheidung auf der Kippe stand, ob man sich um des Friedens willen auf einen Kompromiss mit Hitler einlässt oder Flagge zeigt und damit aber auch den Krieg ins eigene Land holt. Im zerstrittenen britischen Parlament galt Churchill als letzte Hoffnung, die die auseinandertreibenden Kräfte einer Minderheitenregierung zu bündelt. Zunächst tobt der Krieg also nicht auf der Weltbühne, sondern im britischen Parlament.

Nach vielen biografischen Rollen, wie den Punkmusiker Sid Vicious, den Schriftsteller Dylan Thomas, den Musiker Ludwig van Beethoven oder den Kennedy Mörder Lee Harvey Oswald wird Gary Oldman jetzt als heißer Oscar-Kandidat gehandelt, und der sehr drahtige Schauspieler dem fülligen Winston Churchill äußerlich kein bisschen ähnlich. Unter Fat-Suit und allmorgendlich im fünf Stunden aufgelegten prothetischen Make-up verschwindet er nahezu vollständig, ohne dabei zur Maske zu erstarren.

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Vorzügliches Double Feature

Der große Stylist Joe Wright ("Abbitte", "Stolz und Vorurteil" und "Anna Karenina") geht auch an diese politische Geschichte ausgesprochen stilbewusst heran, mit sehr langen, elegant gleitenden Kamerafahrten durch die engen Räume der unterirdischen Büros, mit schwindelerregenden  Aufsichten auf die Topografien des Krieges, mit enormer Eleganz und vielen visuellen Tricks bricht er an sich langweilige Verhandlungssituationen auf. Dazu kommt eine ganze Riege großartiger Schauspieler um Gary Oldman herum, unter anderem Kristin Scott Thomas, als Churchills Ehefrau und Ben Mendelsohn als King George.

Nach "Churchill" und "Dunkirk" ist "Darkest Hour"  innerhalb kürzester Zeit schon der dritte Film, in dem es um die Rolle Englands im Kampf gegen Hitler geht. Diese drei auch sehr unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich jedoch gut. Während sich etwa "Darkest Hour" auf die englische Seite konzentriert, liefert Christopher Nolans  "Dunkirk" als Komplementärfilm die fehlenden Bilder vom Strand von Dünkirchen. Mit anderen Worten, die beiden Film bieten sich vorzüglich als Double Feature an!

Anke Sterneborg, kulturradio

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