Wonder Wheel
Warner Bros.
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Drama - "Wonder Wheel"

Bewertung:

Es gibt Menschen, für die ist die Pensionsgrenze offenbar nicht existent – für Woody Allen beispielsweise. 82 Jahre ist der New Yorker Regisseur mittlerweile alt, doch noch immer dreht er jedes Jahr einen neuen Film.

Coney Island, der New Yorker Vergnügungs- Park, Ende der 1950er Jahre: Ginny (Kate Winslet) und Humpty (James Belushi) führen eine mäßig glückliche Ehe im Schatten des titelgebenden Riesenrads: Ginny war einst schön und als Schauspielerin erfolgreich. Jetzt aber, kurz vor ihrem 40. Geburtstag, fühlt sie sich verwelkt und vom Leben ungerecht behandelt. Weder in ihrem Job als Kellnerin eines Diners, noch als Ehefrau und Mutter eines pyromanischen Teenagers (Jack Gore) findet sie Erfüllung.

Wonder Wheel
Wonder Wheel, © Warner Bros.Bild: Warner Bros.

Der einzige Lichtblick in Ginnys Alltag, der einzige Mensch, der ihre romantische Ader versteht, ist Mickey (Justin Timberlake ) - ein junger Literaturstudent und Möchtergern-Dramatiker, der den Sommer über als Rettungsschwimmer am Strand arbeitet. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Romanze. Blöd nur, dass sich Mickey kurze Zeit später zusätzlich auch noch in Carolina (Juno Temple) verliebt, Ginnys bildhübsche Stieftochter. Die ist nach der gescheiterten Ehe mit einem Mafiaboss wieder heimgekehrt an den elterlichen Herd. Und Ginny muss nun nicht nur für sie kochen und ihre Wäsche waschen, sondern auch noch mit ansehen, wie ihr die jüngere Frau nach und nach den Liebhaber ausspannt. Als sich schließlich Carolinas Vergangenheit wieder meldet, in Form zweier Mafia- Killer, muss sich Ginny entscheiden...

Wonder Wheel
Bild: Warner Bros.

Nicht sein stärkster Film

"Wonder Wheel", der mittlerweile 48. Spielfilm von Regie-Altmeister Woody Allen, ist sicher nicht einer seiner stärksten. Das Tempo ist zu langsam. Die Dialoge zünden nicht immer in der gewohnten Manier und auch die Dramaturgie lässt an einigen Stellen zu wünschen übrig. Verschlafen wirkt der Film, wie die Leinwand-Adaption eines in Vergessenheit geratenen Theaterstücks, mit schönen, nostalgischen Bildern zwar und großartigen Schauspielern, die aber hinter einem angestaubten Grauschleier nicht so richtig zur Geltung kommen.

Wundervolle Bilder

Und doch: Auch hier gibt es Dinge, an denen man sich festhalten kann: An den wundervollen Bildern von Kamera- Altmeister Vittorio Storaro ("Apocalypse Now", "Der letzte Kaiser") beispielsweise, an der schauspielerischen Leistung des zänkischen Ehepaars Winslet/ Belushi – und an der Erkenntnis, dass auch ein schwächerer Woody Allen noch unterhaltsamer ist als so manche "gelungene" Romantic Comedy vom Fließband der Traumfabrik Hollywood.

Carsten Beyer, kulturradio

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