"Wunder"
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Drama - "Wunder"

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Von Geburt an ist August Pullmans Gesicht aufgrund eines Gendefektes stark entstellt. Jahrelang wird er von seinen Eltern vor der Außenwelt versteckt, das soll sich nun ändern: Der Zehnjährige soll eine staatliche Schule besuchen ...  

August Pullmann – genannt Auggie (Jacob Tremblay) – hat es nicht leicht: Aufgrund eines Gendefekts sind seine Gesichtszüge bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Trotz ungezählter kosmetischer Operationen sieht er so aus, dass andere Kinder bei seinem Anblick schreiend wegrennen oder zumindest erschrocken nach der Hand ihrer Eltern greifen. Deswegen bleibt Auggie am Liebsten zu Hause und lebt dort wohlbehütet in einer Art Fantasie-Welt, in der vor allem Astronauten und Star-Wars-Figuren eine Rolle spielen. An seinem 10. Geburtstag allerdings treffen seine Eltern (Owen Wilson und Julia Roberts) eine weitreichende und mutige Entscheidung: Sie beschließen, Auggie auf eine öffentliche Schule zu schicken.

Eine andere Perspektive

"Wunder" – der Debütroman der US-amerikanischen Kinderbuchautorin R. J. Palacio war ein echter Überraschungserfolg. Mehr als ein Jahr lang stand das Buch auf der Bestseller-Liste der New York Times, weit über eine Million Exemplare wurden weltweit verkauft.

"Wunder"
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Regisseur Steven Chbosky bleibt nah an der Roman-Vorlage und zeigt nicht nur die Perspektive seiner Hauptfigur, sondern lässt auch andere Protagonisten der Geschichte zu Wort kommen: Auggies Schwester Via (Izabela Vidovic) beispielsweise, die ihren Bruder zwar abgöttisch liebt, die aber gleichzeitig darunter leidet, dass die ganze Aufmerksamkeit der Eltern immer nur auf ihn gerichtet ist. Oder Auggies Klassenkameraden Jack (Noah Jupe), der zunächst seine Freundschaft sucht, ihn anschließend jedoch vor der Klasse verspottet.

"Wunder"
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Was bleibt?

Die Geschichte des kleinen Auggie, der sich gegen alle Widerstände durchsetzt und am Ende zu einem der beliebtesten Schüler seiner Schule gewählt wird, ist zwar gelegentlich kitschig und manchen Stellen ein wenig unrealistisch. Sie transportiert aber auch eine ganz wichtige Botschaft: In einer Zeit, in der Populisten wie US-Präsident Donald Trump an die niederen Instinkte im Menschen appellieren, zeigt Auggie einen anderen Weg: Durch Liebe, Klugheit und vor allem durch Empathie hat er Erfolg – ein Erfolg, der wesentlich nachhaltiger ist, weil er nicht auf der Erniedrigung seiner vermeintlichen Gegner beruht.

Keine Frage, "Wunder" ist ein Feel-Good-Movie, aber ein Feel-Good-Movie, nach dessen Besuch man sich tatsächlich ein bisschen besser fühlt.

Carsten Beyer, kulturradio

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