"Ága"; © Kaloyan Bozhilov
Kaloyan Bozhilov
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68. Berlinale | Wettbewerb (außer Konkurrenz) - "Ága"

Bewertung:

Der Bulgarische Regisseur Milko Lazarov zeigt einen behutsamen Liebesfilm vor der eindrucksvollen Kulisse des ewigen Eises.

Der Film spielt nicht in Bulgarien, sondern in Eis und Schnee des nordsibirischen Jakutien, in spektakulär schönen Landschaften, aus denen Lazarov Film im Breitwandformat alles rausholt. Wunderschöne Eiswüsten, malerische Wolkenformationen, ferne Horizonte, ein einzelner Mensch mit Schlitten und Hund, der sich in der Weite fast verliert.  

Das Leben der Inuit

Ein malerisch in dieser Einsamkeit gelegenes Jurtenzelt aus Tierhäuten, im Inneren alte Gerätschaften aus Holz und Metall, die von einem einfachen, harten und ursprünglichen Leben zeugen, das zunehmend bedroht ist. Der Alltag eines alten Paares, das noch in der Tradition der Inuit-Nomaden lebt, ein Mann, der Nanook heißt, so wie der berühmte Nanook of the North in Robert Flahertys inszenierter Dokumentation über das Leben der Inuit.

"Ága"; © Kaloyan Bozhilov
Bild: Kaloyan Bozhilov

Passt gut

Immer seltener fängt Nanook noch Fische in den Eislöchern, die Temperaturen steigen, Hasen und Wölfe sterben unter rätselhaften Umständen, ein letztes Rentier wird auf der fernen Straße von einem Laster überfahren.

Die titelgebende Ága ist die große Leerstelle des Films, die Tochter des Paares, von der die sterbende Mutter immer häufiger träumt. Sie hat sich im Streit vom traditionellen Leben der Eltern losgesagt und arbeitet an den Rändern der Zivilisation, in einer Diamantmine, ein gigantischer Krater in der Erde, der symbolhaft für die Ausbeutung der Erde steht – in einem Film der gut zum einzigen, umweltzertifizierten Festival der Welt passt.

Anke Sterneborg, kulturradio

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Berlinale | 15. - 25.02.2018 - 68. Internationale Filmfestspiele Berlin

Im Wettbewerbsprogramm konkurrieren 19 Filme um den Goldenen und Silbernen Bären, die am 24. Februar 2018 im Berlinale-Palast überreicht werden. #metoo – das Thema Missbrauch ist natürlich auch bei den 68. Internationalen Filmfestspielen Berlin präsent.

Darüber sowie über die wichtigsten Filme und ihre Macher*innen berichten wir im kulturradio vom 15. bis zum 25. Februar 2018 täglich.