Dinky Sinky mit Katrin Röver (Frida); © Koryphäen Film
Koryphäen Film
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Tragikkomödie - "Dinky Sinky"

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Frida (Katrin Röver) ist Sportlehrerin in München: Mitte 30, gesund, gutaussehend und seit vielen Jahren fest liiert. Eigentlich läuft ihr Leben in ganz geordneten Bahnen – nur mit dem Kinderkriegen klappt es irgendwie nicht so richtig.

Frida hat ihren Kinderwunsch deshalb zur Kommandosache gemacht – sie geht regelmäßig zum Frauenarzt, führt akribisch Tagebuch über ihren Eisprung und lässt auch sonst nichts unversucht, um endlich schwanger zu werden: Ihrem Freund Tobias (Till Firit) gefällt das alles allerdings ganz und gar nicht: Er fühlt sich immer mehr unter Druck gesetzt.

Als Frida ihn schließlich nötigen will, sie zu heiraten, damit die Krankenkasse ihre Fruchtbarkeitsbehandlungen bezahlt, zieht er die Reissleine – und Frida steht auf einmal alleine da. Jetzt hat sie ein richtiges Problem: Was macht man mit Mitte 30, wenn man ganz schnell schwanger werden will – und hat keinen Mann?

Dinky Sinky mit Till Firit (Tobias) und Katrin Röver (Frida); © Koryphäen Film
Bild: Koryphäen Film

Aus "Dinky" wird "Sinky"

Aus der Dinky (Double Income No Kids Yet) wird eine Sinky (Single Income No Kids Yet). Was zunächst so klingt wie die bayrische Version von Bridget Jones entpuppt sich nach und nach als tragische Geschichte einer Frau, die mit dem Druck ihrer Umgebung einfach nicht fertig wird. Die wachsende Zahl von Neugeborenen in ihrem Bekanntenkreis erfüllt Frida mit einer Mischung aus Neid und Panik und auf das neugierige Nachfragen ihrer Mutter (Ulrike Willenbacher), wann sie denn wohl mit Enkelkindern rechnen könne, reagiert sie aggressiv.

Im Grunde ist "Dinky Sinky" nicht so sehr ein Film über das Schicksal einer einzelnen Frau, sondern es geht um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Die berühmte biologische Uhr tickt nicht nur in den Köpfen der dreißigjährigen Frauen, sondern auch in denen der anderen Menschen um sie herum.

Dinky Sinky: Kindergeburtstag; © Koryphäen Film
Bild: Koryphäen FilmBild: Koryphäen Film

Gutes Tempo

Mareille Klein macht in ihrem Langfilm-Debut vieles richtig: Der Film hat ein gutes Tempo, sie hat eine hervorragende Hauptdarstellerin, die Balance zwischen komischen und tragischen Momenten stimmt und nicht zuletzt gelingen ihr – bzw. ihrer Kamerafrau Laura Kansy – immer wieder tolle Bilder. Die Münchner Regisseurin steht zwar noch am Anfang ihrer Karriere, aber wenn sie so weitermacht, darf man gespannt sein.

Carsten Beyer, kulturradio

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