Thelma © Koch Films
Bild: Koch Films

Mystery-Thriller - "Thelma"

Bewertung:

Die Studentin Thelma, frisch nach Oslo gezogen, verliebt sich dort in eine andere Frau und entwickelt übernatürliche Kräfte...

Ein kleines Mädchen läuft mit seinem Vater durch eine verschneite Landschaft. Sie sind auf der Jagd. Kein Mensch weit und breit. Der See ist tief und zugefroren, das Mädchen entdeckt Fische unter dem dicken Eis im See. Da ist ein Reh vor ihnen. Der Vater legt an. Es fällt kein Schuss. Die Themen dieses Films sind mit diesen ersten Bildern gesetzt: Es geht um Unschuld, Natur, Macht. Die Beziehung zwischen Vater und Tochter.

Wir werden der kleinen Thelma wiederbegegnen wenn sie als junge Frau aus der Provinz nach Oslo kommt, um hier zu studieren. Sie tut sich schwer, Freunde zu finden, fühlt sich allein. Dann aber geschieht etwas, das alles verändert: Als Thelma in der Bibliothek neben einer sehr hübschen und sympathischen Studentin Platz findet, fliegen zwei große schwarze Vögel mit voller Wucht gegen die Scheibe und Thelma bekommt in diesem Moment eine Art epileptischen Anfall.

Thelma © Koch Films
Bild: Koch Films

Klug inszeniert

Es ist der Moment, in dem Thelma das erste Mal in ihrem Leben so etwas wie Begehren verspürt: für die junge Frau, die neben ihr sitzt. Da sie aus einer sehr christlichen Familie kommt und sich immer an deren Regeln gehalten hat, ist das natürlich wie ein Bruch. Man kann aber auch sagen, das Unheil fand vorher statt und bricht sich jetzt Bahn. In jedem Fall bedeutet all das, was Thelma will und was ihre Fantasie ab jetzt zulässt, einen Schritt Richtung Selbstständigkeit, Erwachsenwerden, Befreiung.

Bei "Thelma" geht es um zunächst unerklärliche Vorgänge, doch so zurückhaltend wie Joachim Trier  diese nicht deutbaren Ereignisse bettet, hat alles einen Sinn. Thelma spürt, was kommt, und verunmöglicht es – aus einem tief verinnerlichten christlichen Verständnis heraus. Lust  und Leidenschaft, Schuld und Sühne, Bestrafung – das sind hier die Stichworte. So ist "Thelma" nicht nur ein klug inszeniertes und vor allem auch unglaublich elegant geschnittenes Psychodrama sondern auch eine sehr ungewöhnliche Coming Of Age Geschichte mit einer überaus ansprechenden Hauptdarstellerin, Elli Harboe.

Christine Deggau, kulturradio

weitere rezensionen

Aufbruch zum Mond © Daniel McFadden
Daniel McFadden

Drama - "Aufbruch zum Mond"

Die Geschichte der ersten Mondlandung im Jahr 1969 ist eines der am besten dokumentierten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Wenn heute ein Regisseur trotzdem einen Film über die Apollo 11 – Mission dreht, dann kann er also nichts wirklich Neues mehr erzählen.

Bewertung:
Filmstart: 25 km/h, Foto: Sony Pictures Germany
Sony Pictures

Komödie - "25 km/h"

Unterwegssein als Therapie: Der Regisseur Markus Goller schickt seine Helden gerne auf die Reise.

Bewertung: