Das etruskische Lächeln © Constantin Film Verleih GmbH
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Drama - "Das etruskische Lächeln"

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Ein granteliger Schotte fliegt wegen einer notwendigen medizinischen Behandlung zu seinem Sohn in die USA und lernt dort seinen Enkel kennen. In San Francisco lässt der Hinterwäldler kein Fettnäpfchen aus.

Rory MacNail (Brian Cox) hat sein ganzes Leben auf einer abgelegenen Hebriden- Insel verbracht. Holzhacken, Fischen, abends im Pub ein paar Whiskys trinken und mit den Nachbarn streiten - so sieht sein Leben aus und damit ist er eigentlich auch ganz zufrieden. Dann jedoch zwingt ihn seine angegriffene Gesundheit, in die USA zu fliegen. In San Francisco, wo sein einziger Sohn Ian (JJ Field) mit Gattin Emiliy (Thora Birch) lebt, hofft Rory auf Hilfe für sein Krebsleiden - und er will bei dieser Gelegenheit seinen Enkel kennenlernen, dessen Existenz er bislang ignoriert hat.

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Versöhnung mit dem Sohn

Ein alter, knorriger Schotte in einer modernen US- amerikanischen Großstadt, das birgt natürlich jede Menge Konflikte - und genau davon lebt dieser Film: Von der Frage nach der richtigen Kleidung über die angemessene Ernährung bis hin zur Erziehung des Enkelsohns - die beiden Regisseure Mihal Brezis und Oded Binnun haben in ihrem Drehbuch kein Fettnäpfchen ausgelassen und Rory MacNail tritt in alle genüsslich hinein – was ihn bei seinen Angehörigen nicht unbedingt beliebter macht.

Von der Romanvorlage des 2013 verstorbenen Spaniers José Luis Sampedro ist nur das Grundgerüst übrig geblieben: Alter Mann versöhnt sich zum Lebensende mit seinem Sohn. Ansonsten aber ist alles anders: Die Hauptfigur in Sampedros Roman heißt Salvatore Roncone und kommt aus Kalabrien in Süditalien, sein Sohn heißt Bruno und wohnt in Mailand und die Liebesgeschichte, die Rory MacNaill im Film mit der charmanten Museumskuratorin Claudia (Rosanna Arquette) erlebt, taucht im Buch nirgends auf.

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Viele Plattitüden

Das alles wäre nicht weiter tragisch, weitaus schlimmer ist es, dass der Film vor Klischees geradezu strotzt: Auf der fiktiven Hebrideninsel Vatersay sieht es aus wie in einem Werbefilm des Scottish Tourist Board: Die Menschen wohnen in reetgedeckten Cottages, baden nackt im Meer und sitzen abends in trauter Runde im Pub und trinken Whisky; in San Francisco dagegen lebt man im Designer-Appartement, hat mindestens drei Handys und stapelt im Kühlschrank Plastikboxen mit hausgemachtem Müsli und veganen Substanzen. Dass die Geschichte zwischen all diesen Plattitüden steckenbleibt - und dass letztlich auch die Schauspieler kaum Gelegenheit haben, sich zu entfalten, ist eigentlich nur logisch.

"Das etruskische Lächeln" – das Buch - hätte durchaus Potential gehabt für eine amüsante Culture Clash-Komödie mit einem Feel Good-Ende. "Das etruskische Lächeln" – der Film - ist aber leider nur ein trauriger Abklatsch davon mit einem Feel Sticky–Abschluss: Statt mit einem guten verlässt man das Kino mit einem klebrigen Gefühl.

Carsten Beyer, kulturradio

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