Kinostart "Lady Bird", Bild: Universal Pictures/dpa
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Komödie - "Lady Bird"

Bewertung:

Die junge Christine will weg aus Sacramento, um an der Ostküste zu studieren. Das stößt auf Widerstand bei ihrer Mutter.

Bekannt wurde die amerikanische Indie-Schauspielerin Greta Gerwig vor allem mit den charmanten Komödien ihres Lebensgefährten Noah Baumbach, in Filmen wie "Greenberg" und "France Ha", in denen sie immer auf einem schmalen Grat zwischen Fiktion und Wirklichkeit balancierte.  Fast zehn Jahre nach ihrem ersten, noch in Co-Regie entstandenen Spielfilm kommt jetzt ihr Solo-Debüt  in unsere Kinos. Mit "Lady Bird" war sie immerhin als erst fünfte Frau in der Geschichte der Oscars für die beste Regie nominiert.

Die ersten Schritte

"Lady Bird" ist die ausgesprochen wahrhaftige Coming of Age Geschichte der 17jährigen Christine, die sich als Geste der Emanzipation von den Eltern selber Lady Bird nennt. Sie  ist im Abschlussjahr der Schule, vor dem Übergang ins College und will gegen den Wunsch ihrer Eltern in New York studieren. Es geht ums Erwachsenwerden, um die Abnabelung von den Eltern, um die ersten Schritte in eine selbstbestimmte Zukunft, um die erste Liebe oder zumindest das erste Mal.

Komisch, traurig, nachdenklich

Im Tonfall ist Lady Bird verwandt mit den Noah Baumbach-Filmen, an denen Greta Gerwig als Co-Autorin beteiligt war. Auch hier gibt es die schlagfertig schnoddrigen Dialoge, mit denen sich die Heldin einen Reim auf die Welt macht, immer untermischt von einer gewissen Melancholie über die eigenen Unzulänglichkeiten. Statt von überlebensgroßen Helden, erzählt Gerwig von zweifelnden Menschen mit Unsicherheiten und Komplexen, die damit hadern, den eigenen Ansprüchen nicht wirklich gerecht zu werden, und ihr Leben nicht zielstrebig in Angriff nehmen. Das ist komisch und immer auch ein bisschen traurig, oder zumindest nachdenklich.

Autobiografisch

Schon als Schauspielerin fällt es Greta Gerwig schwer, eine schützende Linie zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu ziehen, wodurch sie sehr verwundbar ist, die Geschichten aber auch immer diesen besonderen Zauber der Wahrhaftigkeit haben. Wie Lady Bird ist auch sie in Sacramento aufgewachsen, auch ihre Mutter ist Krankenschwester, und auch sie ist nach der Schule nach New York gegangen, um sich dort unter das Künstlervölkchen zu mischen.

Eine gewisse Distanz entsteht hier schon dadurch, dass Gerwig die autobiografisch inspirierte Hauptfigur Saoirse Ronan überlassen hat, die mit pink angefärbten, leicht strähnigen Haaren und mal unsicher tastendem, mal forsch aufmüpfigem Auftreten alles andere als die klassische Promi-Queen ist.

Unterhaltsam wie berührend

In Nebenrollen sind unter anderem der gerade für einen Oscar nominierte Timothée Chalamet als erste Liebe von Lady Bird und der Dramatiker Tracy Letts  und Laurie Metcalf als ihre Eltern zu sehen.

Wie die meisten Filme mit denen Greta Gerwig verbunden ist, ist auch dieser ein Ensemble-Stück, das heißt neben einem starken Film über das Erwachsenwerden ist Lady Bird auch ein berührend intensives Mutter-Tochter-Portrait, in dem die aufmüpfige Teenager-Tochter und die ständig nörgelnde Mutter keine Stereotypen sind.

Mit zahllosen kleinen, genau beobachteten Momenten ist "Lady Bird" der Glücksfall einer ebenso unterhaltsamen wie berührenden Coming of Age Geschichte.

Anke Sterneborg, kulturradio

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