"Euphoria"; © Jürgen Olczyk / Airofue AB
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Drama - "Euphoria"

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Die Schwestern Ines und Emilie haben sich lang nicht mehr gesehen und treffen sich nun auf Initiative von Emilie in einem Schloss wieder. Zunächst sieht hier alles nach Urlaub aus, doch Emilie ist todkrank und hat beschlossen, selbst zu bestimmen wie sie aus dem Leben geht.

Emilie (Eva Green) und Ines (Alicia Vikander) sind zwei Schwestern Mitte 30. Beide haben sich in den letzten Jahren kaum gesehen: Ines – die Jüngere der Beiden – hat in New York als Künstlerin Karriere gemacht. Emilie dagegen ist in Europa geblieben und hat sich um ihre kranke Mutter gekümmert. Jetzt, nach deren Tod, möchte sie eine Reise machen und wünscht sich dafür die Schwester an ihrer Seite. Doch aus der scheinbaren Lustreise wird für Ines schnell ein Horrortrip: Denn – so stellt sich bald heraus: Emilie ist unheilbar krank und möchte ihr Leben in einem Sterbehospiz beenden – in Anwesenheit ihrer Schwester.

Kein leichtes Thema

In Bildern, die streckenweise an Filme von David Lynch oder Lars von Trier erinnern, lässt Regisseurin Lisa Langseth ("Die innere Schönheit des Universums", "Hotell") die Zuschauer lange im Unklaren, wohin die cineastische Reise geht: Psychodrama? Subtiler Horror? Oder doch nur die Versöhnung zweier sich fremdgewordener Schwestern? Dazu trägt auch die mysteriöse Pflegerin Marina (Charlotte Rampling) bei, die Ines den Übergang ins Jenseits erleichtern soll.

Filme über das Sterben – noch dazu das organisierte Sterben – sind nicht leicht zu drehen. "Euphoria"  nimmt sich durchaus Zeit, die Motive der Menschen zu verstehen, die sich in dem Sterbehospiz versammelt haben. Da gibt es den schwerreichen Lebemann mit Gehirntumor, der mit einer großen Rock’n Roll Party abtreten möchte, die vergeistigte Hippie-Oma, die am Liebsten nackt durch den Hospizgarten wandelt, und einen querschnittsgelähmten Ex-Footballer, für den eine Leben ohne Bewegung keinen Sinn hat.

"Euphoria"; © Jürgen Olczyk / Airofue AB
Bild: Jürgen Olczyk / Airofue AB

Postmortaler Zirkus

Was der Film jedoch gänzlich vermissen lässt, ist das kritische Hinterfragen der Sterbehilfe – Industrie –, an der gerade in der Schweiz einige Menschen gut verdienen. Ein umsichtiges Hospiz-Personal, das den Gästen ihre letzten Wünsche von den Lippen abliest, fähige Ärzte und ein paradiesisches Ambiente – bei "Euphoria" ist das alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ein postmortaler Zirkus, der letztlich nur von der nüchternen Realität des Leidens, des Haderns und des Sterbens ablenkt.

Carsten Beyer, kulturradio

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