HERRliche Zeiten © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
Bild: 2018 Concorde Filmverleih GmbH

Drama - "HERRliche Zeiten"

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Brot und Spiele - Ein neureiches Ehepaar und dessen devote männliche Haushaltshilfe stehen im Mittelpunkt des neuen Films von Oskar Roehler

Schon im Vorfeld schlug die Verfilmung des Romans "Subs" von Thor Kunkel aus dem Jahr 2011 hohe Wellen. Der einst als neue literarische Hoffnung gefeierte Autor soll dem rechten Spektrum nahestehen und war verantwortlich für die Werbekampagne der AFD bei der letzten Bundestagswahl. Nun kommt "HERRliche Zeiten" nicht als Literaturverfilmung sondern nach einem Drehbuch von Jan Berger "nach Motiven aus dem Roman von Thor Kunkel" in unsere Kinos. Regie: Oskar Roehler.

Der geht gelassen mit dem Vorwurf um, er habe das Buch eines politisch rechts Stehenden verfilmt und nimmt diese Diskussion als Publicity. Auch das Buch wird rechtzeitig zum Filmstart gerade wieder neu aufgelegt.

HERRliche Zeiten © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
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Oliver Masucci spielt einen Schönheitschirurgen der zu viel Geld und zu einer großen Villa in einem Kölner Vorort gekommen ist. Zuhause wartet seine tablettensüchtige Frau. Es ist der Überdruss der reichen Kleinbürger. Auf der Suche nach einer Haushaltshilfe, die sich auch um seine depressive Frau kümmern soll – wunderbar: Katja Riemann - meldet sich ein Mann, der ihm sehr ernsthaft und seriös seine Dienste anbietet.

Er wolle kein Geld, sagt der, sondern suche nur eine würdige Aufgabe. Denn, es gibt solche, die dienen und andere, die herrschen. Nach einigen Schwierigkeiten, sich in dieses Weltbild zu fügen, fortan also zu den Herrschenden zu gehören, findet das Paar schnell Gefallen an diesem neuen Leben mit 5-Gänge-Menüs, Massagen und der Planung des langersehnten Swimmingpools durch eine Horde bärtiger Bulgaren. Die Frau genest. Der Butler (Samuel Finzi) übernimmt. Mit allem was dazu gehört.

Es fehlt: Herz

Roehler zeichnet ein schrilles und auch abschreckendes Szenario menschlicher Verhaltensweisen und Beziehungen, eine Art Kammerspiel, in dem alle menschlichen Werte über Bord geworfen werden. Sympathisch ist hier niemand. Jede Figur Klischee. Alles wird auf die Spitze getrieben. Brot und Spiele.

Man hat den Eindruck, dass sich die Geschichte ab einem bestimmten Moment verselbständigt ohne dass Oskar Roehler es mitbekommt.

Bis heute gerne als Skandalregisseur gehandelt, bleibt für mich vor allem sein allererster Film über seine Mutter – unerreicht. Ein Film von dem er sich neulich distanziert hat, weil er ihn zu gefällig findet. Im Vergleich zu diesem Film mag das stimmen. Aber "Die Unberührbare" hat das, was den "HERRlichen Zeiten" fehlt: Herz.

Christine Deggau, kulturradio

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