"Isle of Dogs"; © 2018 Twentieth Century Fox
2018 Twentieth Century Fox
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Science Fiction - "Isle of Dogs – Ataris Reise"

Bewertung:

Japan in 20 Jahren. Der Bürgermeister einer riesigen Stadt hasst Hunde und beschließt sie zu verbannen. Wes Anderson erzählt vordergründig ein Märchen, ein Abenteuer. Doch hier geht es nicht um eine nette Kindergeschichte...

"Isle of Dogs" ist ein Animationsfilm, der in Stop Motion-Technik entstand, eine sehr aufwändige Technik, in der kleine handgemachte Puppen in einer Kulisse Millimeter für Millimeter verändert und dann abgefilmt werden. Das Ergebnis ist ein in jedem Detail stimmiger und zu Herzen gehender Film über die Verstoßenen dieser Welt, die Underdogs.

Science Fiction

Wir befinden uns in naher Zukunft: Japan in 20 Jahren. Der faschistoide und korrupte Bürgermeister einer riesigen Stadt hasst Hunde und beschließt, sie wegen einer angeblichen Hundeseuche zu verbannen: nach Trash Island, eine der Stadt vorgelagerte Mülldeponie. Auf dieser Insel zwischen meterhohen Müllbergen hausen nun ehemalige Schoßhündchen genauso wie wilde Straßenhunde. Zu fressen haben sie alle nichts - außer verschimmelten, mit Würmern durchsetzen Essensresten. Es ist ein armseliges Leben und eine ganz eigene Welt in der sich Gangs von Vierbeinern bis aufs Blut bekriegen, doch es gibt auch eine Liebesgeschichte als der toughste und dreckigste Anführer sich in eine wunderschöne Pudeldame verliebt. Dann landet eines Tages ein 12jähriger Junge auf dieser Insel. Das Mündel des Bürgermeisters. Auch sein Hund wurde nach Trash Island gebracht. Ihn sucht er. Dieser kleine Mensch bringt die Hunde dazu, sich zusammenzutun und ihm zu helfen.

"Isle of Dogs"; © 2018 Twentieth Century Fox
Bild: 2018 Twentieth Century Fox

Wes Anderson erzählt uns vordergründig ein Märchen, ein Abenteuer. Doch hier geht es nicht um eine nette Kindergeschichte, niedlicher kleiner Junge sucht flauschigen Hund – nein, hier geht es darum, wie wir miteinander umgehen. Diese Welt, die Anderson im wahrsten Sinne des Wortes zeichnet, steht für unser Leben aus dem wir alles verbannen, was uns nicht in den Kram passt: Die Armut genauso wie Menschen – oder hier eben Hunde –, die unseren Lebensstil allein durch ihre Existenz in Frage stellen und die wir deshalb an den Rand drängen.

Macht glücklich

Wes Anderson, der große Könner mit dem skurrilen Humor, zeigt wieder einmal, wie man Anspruch und Unterhaltung kongenial miteinander verbinden kann. Diese Hunde sind wunderbare Protagonisten: witzig, eigenwillig. Es gibt Dialoge von denen man nicht genug bekommt. Bill Murray, Jeff Goldblum, Scarlett Johannson - Topstars leihen ihnen ihre Stimmen: wunderbar!  Dazu Bilder an denen man sich nicht satt sehen kann. In jeder Einstellung gibt es etwas zu entdecken.

Andersons Humor und auch wie er mit Bildern umgeht ist sehr speziell, jeder Film einzigartig. "Isle of Dogs" ist nun nach "Der fantastische Mr. Fox" aus dem Jahr 2009 sein zweiter Animationsfilm. Und auch "Isle of Dogs" hat das Potenzial zum absoluten Lieblingsfilm. Auch er macht glücklich.

Anke Sterneborg, kulturradio

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