Am Strand © 2018 PROKINO Filmverleih GmbH
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Drama - "Am Strand"

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Vor über zehn Jahren erschien Ian McEwans Novelle "Am Strand". Darin geht es um ganz typische Schwierigkeiten frisch vermählter Paare in England zu Beginn der Sechzigerjahre.

Ein kleines Hotel am Chesil Beach im Südwesten von England im Jahr 1962. Hierhin haben sich Edward (Billy Howle) und  Florence (Saoirse Ronan) für ihre Flitterwochen zurückgezogen. Eigentlich soll es eine ruhige, romantische Zeit werden. Doch die beiden Frischvermählten haben kaum einen Blick für die wilde Schönheit der Gegend. Sie sind viel zu sehr beschäftigt mit dem, was vor ihnen liegt: die Hochzeitsnacht.

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Pünktlich zum 70. Geburtstag

So wie im prüden England der Nachkriegszeit üblich, sind sich beide vor der Ehe noch nie wirklich näher gekommen. Der forsche Geschichtsstudent Edward kann kaum erwarten, "es" endlich zu tun. Florence dagegen, Musikstudentin aus gutem Hause und etwas verträumt, hat große Angst vor körperlicher Nähe. Obwohl sie Edward aufrichtig liebt, kann sie sich ihm nicht einfach hingeben. Und so entfalten sich nach und nach die Abgründe der Beziehung. Es stellt sich heraus, dass die beiden doch sehr viel verschiedener sind, als sie gedacht haben ...

Der Brite Ian McEwan, einer der erfolgreichsten Romanautoren der Gegenwart – ist ein eleganter Erzähler und aufmerksamer Beobachter, der tief in die Psyche seiner Figuren hinabsteigt. Viele seiner Romane wurden bereits verfilmt, darunter Bestseller wie  "Atonement" (Abbitte), "The Cement Garden" (Der Zementgarten) oder "The Comfort of Strangers" (Der Trost von Fremden). Nun kommt – pünktlich zum 70. Geburtstag – ein weiteres seiner Bücher ins Kino: "On Chesil Beach" aus dem Jahr 2007.

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Kitschiger Schlussakkord

Handwerklich gut gemacht, mit tollen Bildern (Kamera: Sean Bobbitt) und einer klaren Dramaturgie, bewegt sich Regisseur Dominic Cooke zunächst eng an der Roman-Vorlage. Da wird mit vielen Rückblenden die Geschichte des Kennenlernens von Edward und Florence erzählt, da wird geschickt die unterschiedliche soziale Herkunft der beiden Eheleute thematisiert und da bekommen Billy Howle und Saoirse Ronan ausgiebig Gelegenheit, ihr schauspielerisches Talent zu zeigen.

Ganz am Ende allerdings ist Cooke der Versuchung erlegen, die offene Struktur des Buches mit einem neugeschaffenen, ziemlich kitschigen Schlussakkord zu deckeln. Dabei wird der Ton geschwätzig, und die große Stärke des Buches, der klare, analytische Blick auf die beiden Hauptfiguren, geht verloren. Wo Ian McEwans Buch ein zartes Fragezeichen impliziert, setzt Cookes Film ein dickes Ausrufezeichen. Eigentlich schade, denn vorher hat er vieles richtig gemacht.

Carsten Beyer, kulturradio

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