"Swimming with men"; © Alamode Film
Bild: Alamode Film

Komödie - "Swimming with men"

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Alle Welt redet derzeit über die Fußball WM – wir reden stattdessen lieber über die WM im Synchronschwimmen der Männer. Genau darum geht es nämlich in dem Film des britischen Regisseurs Oliver Parker, der in dieser Woche in den deutschen Kinos startet: "Swimming with men" heißt der Film.

Eric (Rob Brydon) ist Ende 40 und mitten in der Midlife-Crisis. Sein Job als Buchhalter bei einer Bank ödet ihn an, zu seinem pubertierenden Sohn Tom (Thomas Turgoose) findet er keinen Draht mehr und seine Frau Heather (Jane Horrocks) macht in der Lokalpolitik Karriere. Ruhe und Entspannung findet Eric nur noch im örtlichen Hallenbad, in dem er regelmäßig seine Bahnen zieht.

Dort begegnet er eines Tages einer Gruppe von Männern zwischen 25 und 65, die unter Wasser merkwürdige Verrenkungen vollführen. Zunächst ist Eric irritiert, dann amüsiert und schließlich fasziniert – allerdings, um wirklich eine perfekte Formation zu schwimmen, fehlt den Schwimmern gerade noch ein Mann. Und so kommt es, wie es kommen muss: Anstatt sich um seine Familie oder seinen Job zu kümmern, findet sich Eric auf einmal mitten im Training für die inoffizielle Weltmeisterschaft im Synchronschwimmen wieder, die in einigen Wochen in Italien stattfinden soll. Was aber noch viel wichtiger ist: Auf einmal kehren der Spaß und die Leichtigkeit in sein Leben zurück …

"Swimming with men"; © Alamode Film
Bild: Alamode Film

Vorurteile

Ausgangspunkt des Films war eine Dokumentation aus dem Jahr 2010: In "Men Who Swim" geht es um ein Team aus Schweden, das sich auf die inoffizielle Männer- WM im Synchronschwimmen vorbereitet und dabei mit allen möglichen Vorurteilen zu kämpfen hat: Von den Medien belächelt, von den Sponsoren ignoriert, und vom eigenen Schwimmverband bekämpft, weil männliches Synchronschwimmen noch immer keine offiziell anerkannte Sportart ist, haben die Männer damals trotzdem ihren Weg gemacht.

Die eigenen Beschränkungen

Auch Eric und sein Team um den smarten Luke (Rupert Graves), den sensiblen Kurt (Adeel Akhtar) und den rauhbeinigen Ted (Jim Carter) müssen sich erstmal zusammenraufen. Denn bis zum Finale in Mailand ist es noch ein langer Weg, und nicht immer führt nur das "Schneller weiter höher" zum Ziel. Manchmal geht es auch einfach nur darum, mit den eigenen Beschränkungen umzugehen und diese souverän einzusetzen.

"Swimming with men"; © Alamode Film
Bild: Alamode Film

Männliche Emanzipationsgeschichte

Regisseur Oliver Parker hat glücklicherweise auf platten Haudrauf- Humor verzichtet und "Swimming with men" stattdessen als männliche Emanzipationsgeschichte inszeniert – von David Raedeker liebevoll fotografiert und von Comedy-Star Rob Brydon wunderbar selbstironisch gespielt.

Carsten Beyer, kulturradio

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