"Das Geheimnis von Neapel"; © 2018 PROKINO Filmverleih GmbH
2018 PROKINO Filmverleih GmbH
Bild: 2018 PROKINO Filmverleih GmbH Download (mp3, 5 MB)

Thriller - "Das Geheimnis von Neapel"

Bewertung:

Um ihren geheimnisvollen Liebhaber zu finden taucht die Leichenbeschauerin Adriana tief in die Mysterien Neapels ein. Ein Mord, ein Doppelgänger und Neapel als geheimnisvoller Schauplatz lassen Adriana immer stärker in mysteriöse Verstrickungen geraten.

Adriana (Giovanna Mezzogiorno) ist eigentlich eine zurückhaltende Frau: In ihrem Job als Gerichtsmedizinerin bei der Justiz in Neapel lernt sie die Männer meist erst kennen, wenn sie bei ihr auf der Bahre liegen. Dann allerdings begegnet ihr auf einer Party der attraktive Andrea (Alessandro Borghi). Ungestüm, fast provozierend wirbt der junge Mann um sie und die Beiden verbringen eine leidenschaftliche Nacht. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer: Am nächsten Tag taucht der Liebhaber nicht am vereinbarten Treffpunkt auf. Er geht auch nicht ans Telefon. Stattdessen liegt er wenig später als Leiche mit ausgestochenen Augen auf Adrianas Obduktionstisch.

"Das Geheimnis von Neapel"; © 2018 PROKINO Filmverleih GmbH
Bild: 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

Zwischen Phantasie und Realität

Was wie ein brutaler Thriller aus der Neapolitaner Unterwelt beginnt, entwickelt sich bald zum doppelbödigen Spiel zwischen Phantasie und Realität: Adriana wird verfolgt von einem Doppelgänger Andreas: Luca (Alessandro Borghi), der vorgibt, dessen Bruder zu sein. Er nistet sich in Adrianas Wohnung ein, beginnt ein Verhältnis mit ihr, kann aber nur von ihr gesehen werden. Ein spektakulärer Kunstraub spielt eine Rolle, eine mysteriöse Künstlertruppe und auch die Stadt Neapel selbst, ein Ort, an dem großartige Kunstschätze und bittere Armut aufeinanderprallen.

Schauplatz Neapel

Ferzan Özpetek ist einer der wichtigsten Filmemacher der modernen Türkei: Mit Filmen wie "Hamam – das türkische Bad", "Die Ahnungslosen" oder "Männer al dente" hat er schon viele internationale Auszeichnungen gewonnen. Özpeteks Filme thematisieren dabei nur selten die Verhältnisse in seiner türkischen Heimat: Meist spielen sie in Italien, in dem Land, in das der Regisseur vor über 30 Jahren ausgewandert ist.

Für den Schauplatz Neapel hat sich Özpetek nicht nur wegen der großartigen Bilder (Kamera: Gian Filippo Corticelli) entschieden. Ihn interessiert auch das Ritual  der "figliata": Eine archaische neapolitanische Tradition, die er im Rahmen einer Operninszenierung kennengelernt hatte. Im Mittelpunkt der "figliata" steht ein gebärender Mann, der durch ein transparentes Stofftuch von den Zuschauern getrennt wird. Dieser Schleier, der Akteure und Zuschauer voneinander trennt, wird für Ferhan Özpetek zum Symbol für eine Stadt, in der Religion und Wissenschaft, Aberglaube und Vernunft, heidnische Bräuche und das Christentum nebeneinander existieren.

"Das Geheimnis von Neapel"; © 2018 PROKINO Filmverleih GmbH
Bild: 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

Stringenz geht verloren

Im Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen geht die Stringenz der Handlung mehr und mehr verloren. Und so weiß der Zuschauer am Ende selbst nicht so genau, was er da gerade gesehen hat: Eine Liebesdrama ohne Schluss? Einen Mystery-Thriller ohne Auflösung? Oder eine Allegorie auf den Aufstieg und Niedergang einer großartigen Stadt?

Carsten Beyer, kulturradio

weitere rezensionen

"Arthurs Gesetz"
Eye See Movies | AV Visionen

DVD-Tipp - "Arthurs Gesetz" - Eine Fernsehserie von Christian Zübert

Es ist noch gar nicht so lange her, dass deutsche Fernsehserien vor allem "Traumschiff", "Lindenstraße" oder "Schwarzwaldklinik" hießen. Ein bisschen böse durften da nur die Verbrecher sein, denen auf den Sendeplätzen von Tatort, Polizeiruf oder Kriminaldauerdienst dann aber auch ganz schnell von deutschen Ermittlern das Handwerk gelegt wurde.  

Bewertung:
Kinostart Hard Powder, Bild: Studiocanal GmbH/dpa
Studiocanal GmbH

Action - "Hard Powder"

Gerade war im Wettbewerb der Berlinale "Out Stealing Horses" zu sehen, der neueste Film des norwegischen Regisseurs Hans Petter Moland, der dort auch mit einem silbernen Bären für die besondere Kameraarbeit ausgezeichnet wurde

Bewertung:
Der verlorene Sohn mit Lucas Hedges und Nicole Kidman; © UPI/Kyle Kaplan
UPI/Kyle Kaplan

Drama - "Der verlorene Sohn"

Nach einer wahren Geschichte: Regisseur Joel Edgerton erzählt von dem 19-jährigen Jared, der von seinen Eltern wegen seiner Homosexualität zu einer religiösen Reparativtherapie gezwungen wird.

Bewertung: