Zuhause ist es am Schönsten © Andrea Maddaluno
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Sommerfilme für Daheimgebliebene - "Zuhause ist es am Schönsten" | "Egal was kommt"

Sommerzeit ist Urlaubszeit und ein großer Teil der Berliner hat die brütend heiße Stadt verlassen, um sich an den Stränden der ganzen Welt abzukühlen. Den Daheimgebliebenen stellen wir heute zwei Filme über ganz unterschiedliche Reisen vor.

"Zuhause ist es am Schönsten" (KKK)

Ein großes Familientreffen bei den Eltern, in einer wunderschönen, weitläufigen Villa mit großem Garten und Terrasse auf der wildromantischen Insel Ischia. Gefeiert wird die Goldene Hochzeit der Eltern, drei Generationen treffen laut palavernd, singend, tanzend und essend aufeinander.

Wie meist im Kino bleibt das Familienfest nicht ganz so friedlich, auch wenn hier mal kein großes, dunkles Familiengeheimnis gelüftet wird. Stattdessen geht es harmloser und kleinteiliger um die alltäglichen Querelen im Verbund der Klein- und Großfamilien. Während die Großeltern Alba (Stefania Sandrelli) und Pietro (Ivano Marescotti) ihre 50 Jahre währende, verhältnismäßig harmonische Ehe feiern, kriselt es heftig in allen Beziehungen ihrer Nachkommen.

Zusätzliches Krisenpotential liefert die Anwesenheit der schönen Ex-Schwiegertochter und eine ungeduldig in Paris wartende Geliebte. Und als am Ende eines langen Tages die meisten ganz froh sind, wieder auf die Fähre steigen zu können, verhindert ein Sommersturm ihre Abreise und das Wochenende geht in die quirlig improvisierte Verlängerung.

Zuhause ist es am Schönsten © Andrea Maddaluno
Zuhause ist es am Schönsten © Wild Bunch Germany/ Andrea MaddalunoBild: Wild Bunch Germany

Nach einer ganzen Reihe von Hollywood-Produktionen mit Stars wie Will Smith und Russell Crowe ("Das Streben nach Glück", "Sieben Leben", "Kiss the Coach", "Väter und Töchter – Ein ganzes Leben") ist das mal wieder ein italienischer Film von Gabriele Muccino, mit nicht sonderlich bekannten italienischen Schauspielern. Man spürt, dass der Dreh für alle Beteiligten der Produktion ein ausgelassener Sommerferientrip war.

In Italien hat der Film beachtliche neun Millionen Zuschauer ins Kino gelockt, in Deutschland ist es eher ein kleiner, sympathischer Ausflug zu den temperamentvollen Nachbarn, von dem wenig Tiefgründiges bleibt.

"Egal was kommt" (KK)

"Egal was kommt" ist die Dokumentation einer ganz persönlichen Tour de Force des 34-jährigen Fernsehjournalisten Christian Vogel, der sich mit einer einjährigen Weltreise auf dem Motorrad einen Lebenstraum erfüllt hat.

Das intime filmische Reisetagebuch führt den Zuschauer durch Amerika, Asien und Russland bis nach Europa, zu ganz unterschiedlichen Begegnungen und Abenteuern in unterschiedlichen Kulturen. Als Fernsehjournalist bringt Vogel eine gewisse Professionalität mit, die in seinem Film allerdings nicht wirklich durchschlägt. Dabei ist der Film durchaus eine Inspiration für potentielle Aussteiger, leidet aber ein wenig unter dem lockeren Laissez-faire des Titels.

Egal was kommt © Busch Media Group

Als Reisemotto ist "Egal was kommt" nicht schlecht, schließlich bleibt man offen fürs Unerwartete. Doch als Konzept für einen Film, der nicht nur an die eigene Familie und den Freundeskreis adressiert ist, ist es nur bedingt tauglich. Da reiht sich "Egal was kommt" in die Flut von Filmen ein, in denen heutzutage mit erschwinglichen Digitalkameras das Private auf inflationäre Weise öffentlich gemacht wird.

Anke Sterneborg, kulturradio

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