"Death by Design – Die dunkle Seite der IT-Industrie"; © EZEF
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Dokumentation - "Death by Design – Die dunkle Seite der IT-Industrie"

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Ein Smartphone wird exakt so programmiert, dass es nach einer gewissen Zeit kaputt geht: Death by design. Damit und mit der Frage, wieviel IT-Abfallberge die programmierte Kurzlebigkeit der Telefone produziert, beschäftigt sich die Filmemacherin Sue Williams.

Letzte Woche haben wir Ihnen die Dokumentation "Welcome to Sodom" vorgestellt, in der es um die illegale Entsorgung von Tonnenweise elektronischen Geräten in Afrika ging. Diese Woche kommt der nächste Film über die verheerenden Folgen des westlichen Konsums von Smartphones und Computern in unsere Kinos, "Death by Design – Die dunkle Seite der IT-Industrie" von der Amerikanerin Sue Williams.

Dunkle Geheimnisse

Eigentlich wollte sie einen Film über die Auswirkungen der digitalen Revolution machen, nachdem ihr bewusst wurde, wie abhängig sie selbst von ihrem Smartphone ist, und in welchem Maße es in den letzten zwanzig Jahren ihr Leben und ihre Art mit der Welt zu kommunizieren verändert hat.

Dabei stieß sie schnell auf dunkle Geheimnisse, nicht nur bei der Entsorgung, sondern bereits bei der Herstellung der Geräte, deren vermeintlich so saubere Produktion in Wirklichkeit durch Unmengen an giftigen Chemikalien wie Schwefelsäure und Zyanid verseucht ist, was mit massiven, von den IT-Firmen geleugneten Schäden für Umwelt und Gesundheit einhergeht.

Bubbernde Chemikalien

Wo sich "Welcome to Sodom" ganz auf eine gigantische Elektroschrottmüllhalde in Accra, in Ghana, konzentrierte, spannt "Death by Design – Die dunkle Seite der IT-Industrie" einen weltweiten Bogen auf der Achse zwischen Amerika und China, zwischen renommierten Silicon-Valley-Firmen wie IBM oder Apple und ihren ausgelagerten Produktionsstätten in Asien, zu billigeren Arbeitskräften und weniger strengen Umweltauflagen.

Da die Verantwortlichen der IT-Firmen Interviewanfragen verweigerten, lässt Sue Williams stattdessen ehemalige Angestellte, betroffene Arbeiter und Anwohner, Arbeitsrechtler, Wissenschaftler, Toxikologen und Umweltaktivisten zu Wort kommen und zeigt Anwälte, die für ihre Mandanten außergerichtliche Vergleiche erstritten haben und sich darum vor der Kamera nicht mehr konkret zu den Fällen äußern dürfen. Der Mauer des Schweigens und der Vertuschung setzt Sue Williams drastische und bisweilen an Propaganda grenzende Bilder, Statistiken und Aussagen entgegen. Sie zeigt blubbernde Chemikalien und verseuchte Gewässer, lässt Eltern über ihre behinderten oder krebskranken Kinder sprechen und chinesische Arbeiter über die unzumutbaren Arbeitsbedingungen.

Langwierige Prozesse

Erfolge zeichnen sich dabei nur schleichend, in langwierigen Prozessen ab. Die amerikanische Umweltbehörde EPA macht zunehmend Druck auf die Unternehmen, die ihren Giftmüll völlig unsachgemäß lagern und im Zweifelsfall lieber Strafzahlungen in Kauf nehmen, statt teure Kläranlagen zu bauen und ernsthaft umzudenken.

Was kann jeder Einzelne tun? Auf mehr Nachhaltigkeit achten, selber nicht mehr ganz so leichtfertig aufs nächste Modell wechseln, die alten Geräte sachgemäß recyceln, oder noch besser selber reparieren: In Amerika gibt es beispielsweise die Firma iFixit, die Reparaturanleitungen und Handwerkszeug verschickt, damit die Besitzer ihre Geräte selber reparieren können, und einen findigen Tüftler, der aus den Teilen der alten Geräte wunderschöne neue baut, mit edlen Holzgehäusen und auswechselbaren Akkus, wodurch sie es nicht nur auf 18 Monate sondern gut auf zehn Jahre Lebenszeit bringen.

Anke Sterneborg, kulturradio

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