Die Unglaublichen 2; © Disney/Pixar
Bild: Disney/Pixar

Animationsfilm - "Die Unglaublichen 2"

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Fünf Superhelden als Privatiers in einer Zweizimmer-Wohnung? Das geht natürlich gar nicht!

Im Jahr 2004 konnten die Trickfilm-Künstler des kalifornischen Pixar Studios einen ihrer größten Erfolge feiern: In dem Film "Die Unglaublichen" wurde die amerikanische Leidenschaft für alle möglichen und unmöglichen Superhelden und ihre Super-Fähigkeiten äußerst gekonnt durch den Kakao gezogen. Dafür gab es damals zwei Oscars und zwei weitere Oscar-Nominierungen sowie viel Applaus bei Publikum und Kritikern. Jetzt, 14 Jahre später, sind die Stars des Films - Mr. Incredible, seine Frau Elastigirl und ihre drei Superkinder – zurück.

In ihrem letzten Einsatz ist es der Superhelden-Familie Parr zwar gelungen, ihren Erzfeind, einen Supermaulwurf namens "The Underminer", aus dem Verkehr zu ziehen. Allerdings haben sie dabei eine ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt. Dieser Kollateralschaden erscheint der US-Regierung dann doch ein bisschen übertrieben, deshalb beendet sie ihr bestehendes Superhelden-Schutzprogramm und schickt Familie Parr in den Vorruhestand.

Die Unglaublichen 2; © Disney/Pixar
Bild: Disney/Pixar

Fünf Superhelden als Privatiers in einer Zweizimmer-Wohnung? Das geht natürlich gar nicht! Schon bald jedoch findet sich ein privater Gönner: Winston Deavor, ein steinreicher Internet-Magnat, der aus nostalgischen Gründen das Vertrauen in die Superhelden wiederherstellen möchte. Deavor hat es mit einem neuen Superschurken zu tun: Screenslaver, ein Bösewicht, der die Menschen an ihren Bildschirmen hypnotisieren und damit versklaven will.

Für die Hauptrolle in diesem Kampf hat Winston Deavor Elastigirl vorgesehen. Mr. Incredible muss dagegen erst mal zu Hause bleiben, das Geschirr spülen und sich um die Erziehung der Super-Kinder kümmern. Schon bald allerdings regiert das Chaos im Hause Parr, Elastigirl gerät in eine Falle – und so sind am Ende doch wieder alle fünf Unglaublichen im Einsatz.

Die Unglaublichen 2: Helen aka Elastigirl auf ihrem Motorrad; © Disney/Pixar
Bild: Disney/Pixar

Auch im zweiten Teil seiner Superhelden-Saga macht sich Regisseur Brad Bird ("Ratatouille", "Mission Impossible – Phantom Protokoll") permanent über seine Protagonisten lustig und spart nicht mit Anspielungen auf die amerikanische Geschichte und die aktuelle Politik der Regierung im Weißen Haus.

Doch auch der deutsche Kinozuschauer bleibt da nicht außen vor: Die Verflechtung von Politik und Geheimdiensten, der wachsende Einfluss vermögender Tech-Unternehmer aus dem Silicon Valley und die Massen-Hypnose via Bildschirm – all das sind Phänomene, mit denen die Menschen (nicht nur) in den USA zu kämpfen haben.

Ein gelungenes Drehbuch jenseits allzu platter Gags, eine Armada zugleich schräger und liebenswerter Charaktere und ein großartiger Score von Oscar-Gewinner Michael Giacchino machen "Die Unglaublichen 2" zu einem echten Hingucker – ganz unabhängig davon, ob man Superhelden nun mag oder nicht.

Carsten Beyer, kulturradio

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