Filmstart: 25 km/h, Foto: Sony Pictures Germany
Bild: Sony Pictures

Komödie - "25 km/h"

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Unterwegssein als Therapie: Der Regisseur Markus Goller schickt seine Helden gerne auf die Reise.

So erlebten in "Friendship!" zwei Jungs aus der gerade eröffneten DDR auf der Suche nach dem Vater ein amerikanisches Abenteuer. In "Simpel" reisten zwei Brüder vom Land in die große Stadt. Auch sein neuer Film "25km/h" ist ein Road Movie, wie "Friendship!" erneut eine Romanvorlage von Oliver Ziegenbalg.

Die Brüder Christian und Georg sehen sich nach 30 Jahren am Grab des gemeinsamen Vaters wieder. Christian lebt inzwischen als erfolgreicher Geschäftsmann in Asien, während Georg in der Heimat geblieben ist.

Mit den entfremdeten Brüdern kollidieren auch zwei unterschiedliche Lebensstile: Metropolen-Geschäftigkeit trifft auf den ruhigeren Rhythmus des Landlebens. Wie immer, wenn im Kino eine Heimkehr durch äußere Umstände wie Krankheit und Tod erzwungen wird, will auch Christian das Ganze so kurz wie möglich halten und hat seinen Rückflug gleich für den nächsten Morgen gebucht.

Doch natürlich kommt es anders: Nach einer durchzechten Nacht im Elternhaus steigen die ungleichen Brüder auf die in der Garage stehenden Mofas ihrer Jugend, um einen alten Traum zu verwirklichen. Im gedrosselten Tempo der titelgebenden 25 km/h geht es dann vom Schwarzwald an die Ostsee.

Statt wie in "Friendship!" in die amerikanische Ferne zu schweifen, suchen Ziegenbalg/Goller das Abenteuer dieses Mal in den heimischen Gefilden. So fahren die ungleichen Brüder los, und prügeln, streiten und lieben sich auf dem Weg, stellen en passant Lebensentwürfe, Beziehungen, Berufsentscheidungen und Familienverhältnisse in Frage. Und diskutieren Bindungsängste, verpasste Chancen und verstrichene Gelegenheiten.

Überzeugendes Doppel

Gespielt werden die beiden Männer von Lars Eidinger und Bjarne Mädel, die hier zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Dabei entwickeln die beiden eine so überzeugende Chemie zwischen unterschiedlichen Temperamenten, dass man sich fragt, warum nicht schon längst jemand auf die Idee gekommen ist.

Flankiert werden die beiden Helden von deutschen Stars wie Jella Haase, Franka Potente, Alexandra Maria Lara, Jördis Triebel, Sandra Hüller und Wotan Wilke Möhring, die als Begegnungen auf einem badischen Weinfest, einem Paderborner Hippie-Festival und einem Ostsee-Campingplatz die Textur des Films bereichern.

Erneut beweist Goller sein besonderes Faible für lebenstherapeutische Reisen zu zweit, in einer schönen Mischung aus nachdenklicher Tiefgründigkeit und luftig beschwingter Leichtigkeit, aus Komik und Melancholie.

Anke Sterneborg, kulturradio

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