A Star Is Born | Bradley Cooper und Lady Gaga © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc.
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Musikfilm - "A Star Is Born"

Bewertung:

Zwei Premieren: Lady Gaga spielt das erste Mal die Hauptrolle in einem Kinofilm und die Neuverfilmung des Klassikers "Ein Stern geht auf" ist die erste Regiearbeit von Bradley Cooper. Ein Glück?

Es gibt Geschichten, die sind auch über die Jahrzehnte zeitlos. Wie die des jungen Mädchens, das davon träumt ein Star zu werden und ihre Chance bekommen wird, weil sie sich in einem Mann verliebt, der etwas zu sagen hat, der ihr diese Chance gibt. Das ist die Geschichte von "Ein Stern geht auf" aus dem Jahr 1937, die dann 1954 noch einmal mit Judy Garland und James Mason und 1976 mit Barbara Streisand und Kris Kristofferson verfilmt wurde.

In dem neuesten Remake von "A Star Is Born", das zugleich die erste Regiearbeit von Bradley Cooper ist, stehen nun Cooper selbst und Lady Gaga vor der Kamera. Zwei Topstars zwischen denen die Chemie zu 100 % stimmt. Es sind zwei Seelen, die sich da getroffen haben. Musikalisch und schauspielerisch.

Bradley Cooper erzählt die Geschichte von "A Star Is Born" als Geschichte einer Liebe, aber er erzählt auch, was es bedeutet, ein Star zu sein. Seine Inszenierung und Darstellung als Rockstar Jackson Maine vermittelt tatsächlich eine Ahnung, wie es sich anfühlt, vorne auf der Bühne zu stehen. Und wie es sich anfühlt, wenn das Konzert vorüber ist. Die Einsamkeit, die Stille.

Zwischen diesen Extremen bewegt sich die Hauptfigur Jackson, und es gelingt ihm nur mit Alkohol und Tabletten. Nach einem dieser Konzerte landet er in einer kleinen Bar, in der eine Sängerin, gespielt von Lady Gaga, Edith Piafs "La vie en rose" singt. Er hört sie, er sieht sie. Und sie sieht ihn.

A Star Is Born | Bradley Cooper und Lady Gaga © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc.
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Eleganz und Zärtlichkeit

Für beide ist dieser eine Premiere: Lady Gaga spielt das erste Mal die Hauptrolle in einem Kinofilm und Bradley Cooper ist nicht nur das erste Mal Regisseur, er spielt auch einen Musiker. Und es funktioniert wunderbar. Wie Bradley Cooper singt und spielt, mit welcher Eleganz und Zärtlichkeit er diese Geschichte erzählt – als Drehbuchautor und Regisseur - mit welcher Intuition er sich Lady Gaga als weiblichen Part an seiner Seite ausgeguckt hat – das überzeugt und bewegt. Von der Kunstfigur Lady Gaga wie wir sie kennen, ist hier nichts zu sehen. Sie spielt ungeschminkt, ungeschützt und ohne dass sie viel Haut zeigt, hat man sie wohl noch nie so nackt gesehen.

A Star Is Born | Lady Gaga © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc.
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Nicht hübsch genug

Die Figur der Ally ist sozusagen ihr Gegenentwurf. Ally weiß zwar, dass sie eine schöne Stimme hat, aber hat auch begriffen, dass sie nie Karriere machen wird, weil sie nicht hübsch genug ist. Und da kommt dann dieser Rockstar, der sie erkennt, der ihre Musik versteht, der sie beginnt zu lieben, so wie sie ist, rein und unverdorben vom Erfolg. Und gibt ihr eine Chance. Sie muss ihm erst mal misstrauen, weil sie der ganzen Branche misstraut.

A Star Is Born | Sam Elliott © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc.
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Unbedingt ansehen!

Eigentlich wollte Clint Eastwood das Remake von "A Star Is Born" drehen mit Beyoncé und Leonardo di Caprio in der Hauptrolle. So interessant das sicher gewesen wäre ... so wie Bradley Cooper die Geschichte erzählt, ist es ein Glück. Man mag sich nicht sattsehen an Lady Gaga, die so echt und wahr spielt. An ihrer schauspielerischen und gesanglichen Performance mit Cooper.

Diese große Liebesgeschichte kommt ohne Allgemeinplätze aus, vielleicht auch weil die beiden Darsteller genau wissen, wovon sie hier sprechen. Weil dieser Film auch mit ihnen viel zu tun hat. Unbedingt ansehen!

Christine Deggau, kulturradio