Alexander McQueen - Der Film; © Prokino Verleih
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Dokumentation - "Alexander McQueen - Der Film"

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Keiner hat den Widerspruch der Modewelt zwischen Abgrund und Höhenflug, zwischen Glamour und Gosse so herrzerreißend verkörpert wie der britische Modeschöpfer Alexander McQueen. Nun erscheint eine Dokumentation über ihn in den Kinos.

Fünfzehn Jahre lang wurde er euphorisch gefeiert, aber auch immer wieder kontovers diskutiert, im Februar 2010 beendete er sein Leben selbst. Mehr als acht Jahre nach seinem Tod kommt jetzt die Dokumentation "Alexander McQueen - Der Film" von Ian Bonhote and Peter Ettedgui in unsere Kinos.

Alexander McQueen - Der Film © Prokino Verleih
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Furchtlose Imagination

Als Modesdesigner ist Alexander McQueen nur sehr unzureichend beschrieben, er hat den Laufsteg zur Bühne gemacht, seine Modeschauen waren Happening und Performance und haben die Grenzen zwischen Theater, Kino und Kunst, zwischen Fantasy und Science Fiction aufgelöst; überirdische Schönheit mit verstörendem Gauen verschmolzen. Und dabei haben diese Modeschauen auch McQueens Innerstes, seine Obsessionen, seine inneren Dämonen thematisiert. Aus der eher kunstfernen Arbeiterklasse stammend konnte er die elitäre Welt der Mode für sich erobern mit seiner besonderen Mischung aus handwerklichem Können, unprätentiösem Auftreten und furchtloser Imagination.

Effektvolle Farben

Statt die naheliegenden Klischees vom Genie, das seinen Dämonen erliegt, abzuspulen, schlagen Ian Bonhote and Peter Ettedgui Schneisen durch Leben und Werk, und setzen starke Akzente. Formal folgen sie einer Struktur aus sechs Akten, die jeweils aus einer seiner insgesamt 34 spektakulären Modeschauen heraus entwickelt werden. Wiederkehrendes Motiv ist der Totenschädel, der das Markenzeichen seines Modelabels war. Im Lauf des Films durchläuft er in eindrucksvollen Animationen immer neue Metamorphosen, mal in Blut getränkt, mal in flüssiges Metall, bunte Edelsteine oder verwelktes Laub gehüllt, mal von Schmetterlingen umschwärmt. Größeren Raum nimmt auch die Freundschaft zu Isabella Blow ein, der Stylistin und Modejournalistin, die ihn als Mäzenin und Muse gefördert und inspiriert hat.

Zum Teil unveröffentlichte Archivaufnahmen von Interviews und Auftritten mit McQueen werden durch rückblickende Gespräche mit Wegbegleitern, Kollegen, Freunden und einigen Familienmitgliedern ergänzt. Vor allem aber setzt der Film auf die unmittelbare Wirkung der bildgewaltigen Laufsteg-Happenings, die auch heute noch die starken Gefühle provozieren, um die es McQueen ging, egal ob er den Models mit Stoff und Make-up Geschichten von Misshandlung und Vergewaltigung auf den Körper schneiderte, ob die Models als Psychiatriepatientinnen gestylt durch einen gläsernen Gang wanken, ob das weiße Kleide eines Models von zwei Robotern effektvoll mit Farbe besprüht wird oder bizarre Alien-Amazonen über den Laufsteg defilieren, als seien sie den Science-Fiction-Visionen des Kinos entstiegen.

Alexander McQueen - Der Film © Prokino Verleih
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Nicht nur für Modefans

Zum Gesamtkunstwerk, das diesesr Film auferstehen lässt, gehört auch die hypnotisch treibende Filmmusik von Michael Nyman (Das Piano, Der Kontrakt des Zeichners), der schon zu Lebzeiten für McQueen komponiert hat. Alles in allem ist der Film eine würdige Hommage an einen außergewöhnlichen Modeschöpfer, mit emotionaler Tiefe und visuellem und akustischem Reichtum, und ganz sicher nicht nur für eingefleischte Modefans interessant.

Anke Sterneborg, kulturradio

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