Aufbruch zum Mond © Daniel McFadden
Daniel McFadden
Bild: Daniel McFadden Download (mp3, 4 MB)

Drama - "Aufbruch zum Mond"

Bewertung:

Die Geschichte der ersten Mondlandung im Jahr 1969 ist eines der am besten dokumentierten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Wenn heute ein Regisseur trotzdem einen Film über die Apollo 11 – Mission dreht, dann kann er also nichts wirklich Neues mehr erzählen.

Doch das will Damien Chazelle auch gar nicht. Der US- amerikanische Jung- Regisseur ("Whiplash" und "La La Land") hat sich für seinen Film die Biografie von US- Astronaut Neil Armstrong (Ryan Gosling) als Grundlage genommen, zeigt aber doch eine klare Handschrift.

Kein amerikanischer Superheld

Für Chazelle ist Neil Armstrong kein amerikanischer Superheld, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut - der starke Nerven hat, der aber auch Ängste kennt und mal einen Fehler macht. Diesen Neil Armstrong begleitet der Film durch die 60er Jahre, durch die ersten Apollo- Missionen und Testflüge, bis hin zum großen Moment am 21. Juli 1969, an dem  Armstrong als erster Mensch den Mond betritt und die historischen Sätze spricht: It’s a small step for me. It’s a giant step for mankind.

"Aufbruch zum Mond"  zeigt die enormen physischen und psychischen Beanspruchungen der Astronauten und ihrer Familien, er zeigt aber auch, unter welchem Druck die  NASA damals stand: Die Politiker in Washington bemängeln die hohen Kosten des Raumfahrtprogramms , gleichzeitig ist da immer die Angst, die Russen könnten der USA zuvorkommen – und es gibt Rückschläge, so wie die Apollo 1 Mission, bei der 3 Astronauten noch vor dem Start im Cockpit ihrer Rakete verbrennen.

Aufbruch zum Mond © Daniel McFadden
Bild: Daniel McFadden

Paraderolle

Für Ryan Gosling ist Neil Armstrong eine Paraderolle, die ihm erneut eine Oscar- Nominierung einbringen dürfte: Kritiker haben ihm immer mal wieder vorgeworfen, sein Mienenspiel sei zu unbeweglich, er zeige zu wenige Emotionen. Doch hier passt das wunderbar, denn Neil Armstrong war wohl tatsächlich ein ziemlich introvertierter Mensch: Eine der stärksten Szenen des Films ist der Moment unmittelbar vor seinem Aufbruch zum Mond. Armstrongs Frau Janet (Caire Foy) möchte, dass er sich vorher noch angemessen von den beiden Söhnen verabschiedet, doch statt eines emotionalen Abschieds wird das Ganze zu einer steifen Fragerunde, wie bei einer Pressekonferenz am Küchentisch.

Aufbruch zum Mond © Universal Pictures and DreamWorks Pictures
Bild: Universal Pictures and DreamWorks Pictures

Hollywood at its best!

Neben diesen privaten Momenten beeindruckt Chazelles Film durch großartige Bilder vor und während der Mondlandung. Der Blick in die Kapsel von Apollo 11 wird für den Zuschauer zur regelrechten Höllenfahrt: Diese Enge, das Rütteln, der ohrenbetäubende Lärm, dazu fällt immer mal wieder das Licht aus. Bei den Bildern von Linus Sandgren 70 Millimeter IMAX- Kamera möchte man sich am Liebsten im Kinosessel anschnallen, dazu die großartige Musik von Justin Hurwitz; Hollywood at its best!

Carsten Beyer, kulturradio

weitere rezensionen

Der Trafikant © Tobis Film / Petro Domenigg
Tobis Film / Petro Domenigg

Drama - "Der Trafikant"

Nikolaus Leytners Film basiert auf dem Roman von Robert Seethaler. Darin zieht der junge Franz aus seinem Heimatdorf nach Wien und lernt so den Psychoanalytiker Sigmund Freud kennen.

Bewertung:
Alpenrepublik, © 2018
Alpenrepublik Filmverleih, 2018

Kinofilm - "Der Affront"

In dem Film "Der Affront" geraten der Libanese Toni und der Palästinenser Yasser wegen einer Lappalie in einen Streit. Im Zuge des Konflikts kommen die tiefen Traumata des Libanon hoch. Unser Kritiker Carsten Beyer hat sich den Film angesehen.

Bewertung:
Girl Menuet
Menuet

Drama - "Girl"

Lara ist 15 und träumt davon, Ballettänzerin zu werden. Aber es gibt da einen Haken: Lara ist eigentlich ein Junge. Lukas Dhont überzeugt mit seinem leise und bestimmt erzählten Spielfilm-Debüt.

Bewertung: