Komödie: JULIET, NAKED © 2018 Prokino Filmverleih
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Komödie - "Juliet, Naked"

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Seit 15 Jahren ist Annie mit ihrem Freund Duncan zusammen. Langsam schleicht sich eine Sinnkrise in ihr Leben. Doch alles ändert sich, als plötzlich der Rockmusiker Tucker Crowe in ihr Leben tritt. Christine Deggau hat sich die Komödie für uns angeschaut.

Es gibt wohl wenige Romane, die sich so als filmische Vorlage eignen wie die des Briten Nick Hornby. Stephen Frears’ HIGH FIDELITY aus dem Jahr 2002 mit John Cusack in der Hauptrolle setzt bis heute Maßstäbe. An denen sich auch die neuste Hornby-Verfilmung messen lassen muss: JULIET, NAKED.

Komödie: JULIET, NAKED © 2018 Prokino Filmverleih
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Der Anfang einer Liebesgeschichte

Denn beide Filme atmen unverkennbar den Nick Hornby-Geist: dieses sehr humorvolle, flapsige, oft selbstironische Mit-dem-Leben-Hadern. In JULIET, NAKED geht es um Annie, "eine nette angepasste Engländerin in Strickjacke", die in einem kleinen englischen Küstenort lebt und das Gefühl nicht mehr los wird, etwas falsch zu machen, ihr Leben permanent zu verpassen. Seit mindestens 15 Jahren. So lange nämlich ist sie mit ihrem Freund Duncan schon zusammen. So wie Rob aus HIGH FIDELITY ist auch diese Annie in einer echten Beziehungs- und vor allem Sinnkrise.

Annies Sinnkrise trägt einen Namen: Tucker Crowe. Es handelt sich um einen mittelmäßigen Rockmusiker, der vor 25 Jahren von einer Minute auf die andere von der Bildfläche verschwand. Seitdem ergeht sich seine zurückgebliebene Fangemeinde in Spekulationen, was mit ihm sein könnte. Wie Duncan. Er ist besessen von Tucker Crowe und lebt diese Obsession weitaus lustvoller als seine Beziehung zu Annie. Als eines Tages ein altes Demoband von Crowe auftaucht, erdreistet sich Annie, einen bitterbösen Verriss zu schreiben. Damit riskiert sie ihre Beziehung und bekommt Antwort: von Tucker Crowe selbst. Das ist der Anfang einer Liebesgeschichte von zwei nicht mehr ganz jungen, etwas schrulligen Menschen.

Ein Statement in Sachen Selbstbewusstsein

Vielleicht hat Rose Byrne als Annie den schwierigsten Part, weil sie trotz ihres Ausbruchs die ein bisschen langweilige Strickjacken-Provinzlerin bleibt. Ethan Hawke als alternder ehemaliger Rockstar: das ist wieder eine Rolle wie für ihn gemacht. Die eigentliche Überraschung hier aber ist Chris O’ Dowd. Sein Part des nervigen selbstverliebten und kindischen Nerds stielt selbst Ethan Hawke die Show.

In dieser Geschichte um einen Rockstar geht es natürlich auch um die Musik. Die Musik selbst – der Soundrack ist größtenteils von Hawke eingesungen – spielt eine große Rolle, aber auch die  Auseinandersetzung mit ihr. Wenn Crowe sich zum Beispiel ans Klavier setzt und dann nichts eigenes spielt, sondern die Kinks, ist das ein Statement in Sachen Selbstbewusstsein. Und dann gibt es noch die Musikrezeption: der Fanclub, der in seinem Eifer an Lächerlichkeit grenzt. Wäre es ihnen nicht so bitterer Ernst...

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Ein leichtfüßig-hintersinniger Film

Jesse Jerez zeichnet jede der Figuren in ihren Eigenheiten und Macken sehr liebevoll. Und er versteht als Amerikaner den britischen Humor. So wird JULIET, NAKED auch zu einem leichtfüßig-hintersinnigen Film über die Geheimnisse des Lebens und das Vergehen der Zeit.

Christine Deggau, kulturradio

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