Was uns nicht umbingt © Alamode Filmverleih
Bild: Alamode Filmverleih

Komödie - "Was uns nicht umbringt"

Bewertung:

Psychotherapeut Max, der sich in seine spielsüchtige Patientin Sophie verliebt - das allein gibt schon reichlich guten Filmstoff her. Die Regisseurin Sandra Nettelbeck stellt dem Therapeuten aber noch allerhand neurotische Patienten an die Seite.  

Bella Martha war vor knapp zwanzig Jahren ein Überraschungserfolg für die deutsche Regisseurin Sandra Nettelbeck, ein ebenso sinnlicher wie emotionaler Film über eine Profiköchin, die durch ihre verwaiste Nichte unfreiwillig zur Mutter wird. Nach mehreren amerikanischen Filmen mit hochkarätigen Schauspielern wie Michael Caine und Ashley Judd kehrt die Regisseurin jetzt mit "Was uns nicht umbringt" nach Deutschland zurück. Nach der Premiere auf der Piazza Grande auf dem Festival in Locarno läuft der Film jetzt bei uns an.

Was uns nicht umbringt © Alamode Filmverleih
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Ein Mensch mit Makeln und Fehlern

Der Therapeut Max, bei dem sich die Köchin Bella Martha Rat und Unterstützung geholt hat, bekommt jetzt einen eigenen Film geschenkt. Fast zwanzig Jahre später wird seine Praxis zum Dreh- und Angelpunkt eines episodischen Reigens über Großstadtbewohner in der Midlife Crisis.

Durch seine Praxis werden alle Protagonisten durchgeschleust, ein Pilot, der Flugangst hat, ein symbiotisch verbundenes Geschwisterpaar, das ein Beerdigungsinstitut führt, die Soundkünstlerin Sophie, die eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat, die autistische Tierpflegerin Sunny, allesamt Menschen, die mit dem Leben, der Liebe, dem Tod hadern und auf die eine oder andere Weise den Mut für einen neuen Aufbruch aufbringen müssen.

Dazu gehört auch Max Exfrau Loretta (Barbara Auer), die ausgerechnet in ihm den idealen Therapeuten sieht, da er der einzige Mann sei, dem sie nichts vormachen könne. Das heißt, auch er ist nicht mehr der distanziert kompetente Therapeut, sondern ein Mensch mit Makeln und Fehlern, über den man jetzt eine Menge erfährt.

Zugleich komisch und tiefgründig

All diese ernsten Themen, der Verlust eines geliebten Menschen, die Sehnsucht nach Nähe und Liebe, aber auch die Unfähigkeit sich zu binden, zu vertrauen, umspielt Sandra Nettelbeck mit melancholischer Heiterkeit, voller Sympathie und Zärtlichkeit. Der Schauplatz Hamburg, mit seinem kühlen, neblig grauen, windigen Klima, spiegelt das psychischen Befinde dieser Menschen im Übergang, auf der Suche nach neuen Perspektiven.

Die Besetzungsliste liest sich wie ein "Who is who" des deutschen Films, August Zirner, Bjarne Mädel, Barbara Auer, Christian Berkel, um nur Einige zu nennen, insgesamt rund 20 Rollen und Lebensgeschichten, die da in gut zwei Stunden jeweils nur angerissen werden können, doch den durchwegs tollen Schauspielern gelingt es auch in ein paar kleinen Momenten ein ganzes Leben zugleich komisch und tiefgründig aufschimmern zu lassen.

Film: Was uns nicht umbringt © Alamode Filmverleih
Bild: Alamode Filmverleih

Ensemble-Gewebe

Mit ihrem sehr feinen Gespür für die Schauspieler und für Rhythmus und Timing gelingt es der Regisseurin, viele Lebensgeschichten zu einem fließend eleganten Ensemble-Gewebe zu verknüpfen.

Anke Sterneborg, kulturradio

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