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Biografie - "Astrid"

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Die Jugendjahre Lindgrens – Pernille Fischer-Christensens Film ist eine Milieu-Studie des schwedischen Landlebens vor hundert Jahren: ein Film mit vielen schönen Bildern und einer spannenden Geschichte über die Emanzipation einer jungen Frau.

Astrid Lindgren war eine der ganz Großen der Weltliteratur. Egal ob "Pippi Langstrumpf", "Michel aus Lönneberga", "Kalle Blomquist" oder "Ronja Räubertochter" – fast alle Bücher der Schwedin sind zu Klassikern geworden: Sie wurden in mehr als 100 Sprachen übersetzt und haben sich sagenhafte 160 Millionen mal verkauft. Die dänische Regisseurin Pernille Fischer-Christensen ("Der Tanz", "Eine Familie") setzt Astrid Lindgren nun auch ein filmisches Denkmal.

"Astrid" konzentriert sich vor allem auf die Jugendjahre Lindgrens – Anfang des 20. Jahrhunderts in Vimmerby, einer ländlichen Gegend im Süden von Schweden. Die Eltern (Magnus Krepper & Maria Bonnevie) sind Bauern, die Landschaft ist idyllisch und das Leben hart, aber herzlich – fast fühlt man sich bei den pastoralen Bildern von Kameramann Erik Molberg Hansen an den "Michel aus Lönneberga erinnert. Astrid (Alba August) fällt allerdings schon als 14- Jährige aus diesem traditionellen Rahmen: Sie gibt ihrer Mutter Widerworte, sie albert beim Gottesdienst in der Kirche rum und auch beim Tanzkurs hält sie sich nicht an die Regeln: Anstatt schüchtern mit niedergeschlagenen Augen an ihrem Platz zu sitzen und auf einen Kavalier zu warten, tanzt sie lieber alleine vor sich hin – eine junge Frau, die sich aus den Zwängen ihrer Zeit und ihrer Herkunft befreien will.

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Viele schöne Bilder und eine spannende Geschichte

Die Vertreibung aus dem Paradies Vimmerby folgt auf dem Fuß; Nach dem sich die junge Astrid, frischgebackene Volontärin bei der lokalen Tageszeitung, von ihrem verheirateten Chef (Henrik Rafaelsen) hat schwängern lassen, muss sie ihr Dorf verlassen, um einen Skandal zu vermeiden. Sie geht nach Stockholm, macht eine Ausbildung zur Sekretärin und bringt ihren Sohn Lasse heimlich in Dänemark zur Welt.

Alba August macht bei ihrer ersten großen Leinwandrolle keine schlechte Figur. An manchen Stellen des Films hätte man ihr jedoch mehr Mut gewünscht, um aus dem - ziemlich konventionellen - Drehbuch auszubrechen. Die lineare Erzählweise und die Konzentration auf einen sehr begrenzten Ausschnitt aus dem langen Leben der Autorin lassen viele Aspekte außen vor: Pippi und Kalle, Michel und Ronja, die berühmten Protagonisten des Lindgren – Kosmos werden noch nicht mal erwähnt. 

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"Astrid" ist eine Milieu-Studie des schwedischen Landlebens vor hundert Jahren: ein Film mit vielen schönen Bildern und einer spannenden Geschichte über die Emanzipation einer jungen Frau – aber mehr eben auch nicht. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch mal einen zweiten Teil der Filmbiografie: Stoff genug wäre auf jeden Fall da.

Carsten Beyer, kulturradio

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