"Shoplifters" © Wild Bunch Germany
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Film - "Shoplifters - Familienbande"

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Bei den diesjährigen internationalen Filmfestspielen von Cannes wurde der Film "Shoplifters - Familienbande" mit der heißbegehrten Goldenen Palme ausgezeichnet. Der japanische Regisseur Regisseur Hirokazu Kore-eda erzählt darin die Geschichte einer kleinkriminellen Familie, die ein obdachloses Mädchen bei sich aufnimmt. Jetzt ist der Film in unseren Kinos.

Seit vielen Jahren ist der japanische Autoren-Regisseur Hirokazu Kore-eda Stammgast bei den Filmfestspielen in Cannes, mit seinem neuesten Film konnte er nun zum ersten Mal eine goldenen Palme mit nach Hause nehmen. Gestern ist "Shoplifters" endlich auch bei uns in den Kinos angelaufen.  

In Filmen wie "Nobody Knows", "Vater und Sohn" und "Unsere kleine Schwester" hat Koreeda immer wieder ebenso leise wie tief berührende Geschichten über schwierige Familienverhältnisse erzählt. Nachdem "Nobody Knows" von kleinen, ganz auf sich allein gestellten  Kinder und "Vater und Sohn" von zwei nach der Geburt im Krankenhaus vertauschten Jungen erzählte geht Koreeda auch jetzt wieder der Frage nach, was Familie ist, wie sie sich im Lauf der Zeit verändert, dem modernen Lebenswandel zum Opfer fällt, oder versagende Sozialsysteme ersetzt. In "Shoplifters" geht es um eine zusammengewürfelte Patchwork Familie, die nicht durch Blutsbande zusammengehalten wird.

Verwahrlostes Mädchen

Um den Lebensunterhalt der Drei-Generationen-Ersatzfamilie zu sichern, müssen Vater und Sohn abends im Supermarkt das Nötigste zusammenklauen. Sie sind ein eingespieltes Team, das eine luftige Choreografie von Ablenkungsmanövern inszeniert. Auf dem  der Rückweg in eine fensterlose Wohnung, die einem Container gleicht, nehmen sie ein kleines, offensichtlich verwahrlostes und wie sich bald herausstellt auch misshandeltes Mädchen mit, das die Familie trotz beschränkter Möglichkeiten in ihre Obhut nimmt.

Shoplifters © Wild Bunch Germany
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Behutsam auf den Grund gehen

Koreeda wird immer wieder mit dem großen japanischen Regisseur Yazujiro Ozu verglichen, sagt selber jedoch, dass er sich vor allem vom sozialen Realismus des britischen Regisseurs Ken Loach inspiriert fühlt. Das Erstaunliche an seinen Filmen ist, dass sie wirklich harte Schicksale in einem so ruhigen und zärtlichen Tonfall entfalten, als wolle er all diesen verlorenen und heimatlosen Menschen in seinen Bildern ein Zuhause geben. Statt sie für ihre Taten zu verurteilen, wirft er einen liebevoll verständnisvollen und zutiefst humanistischen Blick auf die prekären Verhältnisse, die ihr Handeln bedingen.

Statt sie zu bedrängen, eröffnet er ihnen einen Raum, in dem sie sich entfalten können, was insbesondere auch für die Kinder- und Laiendarsteller gilt. So waltet in seinen Bildern eine unprätentiöse Poesie, die niemals in Sozial- oder Armutskitsch kippt, und bei aller Härte immer auch Raum für leise humorvolle Momente hat. Im Unterschied zu dem von ihm verehrten, britischen Regisseur Ken Loach geht es Kore-eda jedoch nicht darum, anzuklagen, sondern den Zuständen mit sanftem Interesse behutsam auf den Grund zu gehen.

Anke Sterneborg, kulturradio

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