Fahrenheit 11/9 © Midwestern Films LLC
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Dokumentation - "Fahrenheit 11/9"

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Seit mittlerweile dreißig Jahren beschäftigt sich der Michael Moore mit dem politischen System in seiner Heimat. Für "Fahrenheit 9/11", seinen Film über die Amtszeit von George W. Bush, bekam er in Cannes die Goldene Palme. Heute nun kommt Moores jüngster Film "Fahrenheit 11/9" in die Kinos ...

Für die einen ist er ein Verkünder unbequemer Wahrheiten, andere sehen in ihm nur einen Hofnarren der Mächtigen: Seit mittlerweile 30 Jahren beschäftigt sich der Dokumentarfilmer Michael Moore mit dem politischen System in seiner Heimat USA. Nun hat sich Moore die Präsidentschaft von Donald Trump vorgenommen: 11/9, der 9.November 2016, war der Tag, an dem der einstige Reality TV-Star zur Überraschung vieler Polit-Experten (und auch zur Überraschung vieler US-Amerikaner) zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde.

In seinem neuen Dokumentarfilm überrascht Moore zunächst mit einem offenherzigen Bekenntnis: Er und Trump haben eine gemeinsame Geschichte. Sie sind sich in den 90er Jahren schon mal über den Weg gelaufen. Bei einer Fernseh-Talkshow von Talkmasterin Roseanne Barr sitzen die Beiden friedlich Seite an Seite und tauschen Nettigkeiten aus. Trump – Schwiegersohn Jared Kushner schmeißt für Moore sogar eine Filmparty und der "Dark Lord", Trump-Buddy Steven Bannon, gibt seine DVDs heraus. Die amerikanische Politik funktionierte immer schon ein bisschen anders als im alten Europa …

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Die US-Demokraten sind schuld an Trump

Dann aber wird es ernst: Dass Moore – als bekennender Linker – wenig Gutes über die Trump'sche Politik zu sagen weiß, kann nicht überraschen. Interessanter ist da schon seine Analyse der Gründe für das überraschende Wahlergebnis. Dabei sieht er vor allem drei Schuldige: Zum einen das amerikanische Wahlsystem, das seiner Meinung nach zutiefst undemokratisch ist. Zweitens die amerikanischen Medien, die zum Steigbügelhalter für Trump geworden sind und drittens, und das ist vielleicht das Überraschendste an diesem Film: Auch die US-Demokraten sind schuld an Trump – so sagt es zumindest Michael Moore , denn sie hätten mit dazu beigetragen, dass die Menschen in den USA frustriert und demokratiemüde geworden sind.

Drastische Bilder

Barack Obama, Hilary Clinton und das gesamte Partei-Establishment: Sie allen kriegen ihr Fett weg. Lediglich linke Demokraten wie die junge Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez oder Grassroots-Bewegungen wie die Schüler der Parkland Highschool in Florida kommen gut weg. Ansonsten aber – so könnte man den Eindruck bekommen –  kann eigentlich nur noch eine Revolution die USA vor dem Faschismus retten. Um seine Weltsicht zu unterstreichen, schreckt Michael Moore auch vor drastischen Bildern nicht zurück: Da werden schon mal Aufnahmen von Adolf Hitler mit einer Trump-Rede unterlegt oder er unterstellt dem Präsidenten, dieser wolle mit seiner eigenen Tochter schlafen.

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Zähne ausgebissen

Eines ist klar: Die Anhänger von Donald Trump wird Michael Moore mit "Fahrenheit 11/9" wohl kaum erreichen. Aber auch viele seiner Fans blieben – zumindest in den USA – dem Kino fern und sorgten für eines der schlechtesten Einspielergebnisse seiner Karriere. Die Präsidentschaft von Donald Trump, so scheint es zumindest, hat so absurde Formen angenommen, dass sie auf der Leinwand kaum noch zu toppen ist:  Daran  haben sich bereits viele Late Night Talker und Satiriker in den USA die Zähne ausgebissen – und daran ist jetzt auch Michael Moore gescheitert.

Carsten Beyer, kulturradio

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