The Mule © 2018 Warner Bros. Entertainment Inc.
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Drama - "The Mule"

Bewertung:

Clint Eastwood hat die wahre Geschichte von Leonard Sharp verfilmt, der im Jahr 2011 mit einer Ladung Kokain im Wert von mehr als 3 Millionen Dollar erwischt wurde. Dazu hat er sich einen reichlich sentimentalen Seitenstrang ausgedacht.

Earl Stone (Clint Eastwood) ist ein harmloser Blumenzüchter im Mittleren Weste der USA: Ein bisschen verschroben, aber sehr gesellig und charmant und auch im hohen Alter von 90 Jahren noch ein Frauenschwarm. Als seine Firma vor der Pfändung steht, bekommt er durch Zufall das Angebot, als Kurier für ein mexikanisches Drogen-Kartell zu arbeiten. Ohne Gewissensbisse und ohne sich große Gedanken über seine "Fracht" zu machen, macht sich Stone an die Arbeit. Da der alte Mann nicht nur sehr unschuldig aussieht, sondern darüber hinaus auch noch Nerven wie Drahtseile besitzt, wird er bald zum Top-Kurier des Kartells.

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Sentimentaler Seitenstrang

Clint Eastwood hat die wahre Geschichte von Leonard Sharp verfilmt, der im Jahr 2011 mit einer Ladung Kokain im Wert von mehr als 3 Millionen Dollar erwischt wurde. Doch anstatt sich auf den Kern der Story zu beschränken – Alter Kriegsveteran im Visier zweier FBI- Drogenfahnder (Bradley Cooper und Michael Pena) – hat sich Eastwoods Drehbuchautor Nick Schenk ("Gran Torino") noch einen reichlich sentimentalen Seitenstrang ausgedacht. Earl Stone versöhnt sich nicht nur mit Tochter Iris (Alson Eastwood), die er jahrzehntelang vernachlässigt hatte und bringt Enkeltochter Ginny (Taissa Farmiga) unter die Haube – nein, er lässt es sich auch nicht nehmen, mit 300 Kilogramm Kokain im Kofferraum seiner sterbenden Ex-Frau Mary (Dianne Wiest) das Händchen zu halten.

Kein echter Thriller

Etwas kurz kommt dagegen die Darstellung des eigentlichen Drogenschmuggels. Völlig unbehelligt fährt Earl Stone mit seinem Pick-up zwischen Mexiko und den USA hin und her: Riesige Drogenpakete werden einfach mit einen paar darüber geworfenen Para-Nüssen verdeckt und wird doch einmal ein Polizist auf den rüstigen Schmuggler aufmerksam, dann bekommt er einfach einen Kanister Corn Syrup in die Hand gedrückt. Durch die zahlreichen Ungereimtheiten leidet nicht nur die Dramaturgie, auch die Spannung lässt zu wünschen übrig.

Erst ganz am Schluss, als das FBI Earl Stone langsam auf die Schliche kommt, wird es ein bisschen dramatisch. Von einem echten Thriller aber ist dieser Film weit entfernt.

The Mule © 2018 Warner Bros. Entertainment Inc.
Bild: 2018 Warner Bros. Entertainment Inc.

Clint Eastwood eben

Sehenswert ist "The Mule" aber doch – aufgrund seines Hauptdarstellers. Wie Clint Eastwood mit lockerem Understatement die fiesen Bosse des Drogen-Kartells um den Finger wickelt, wie er die Polizei ein ums andere Mal narrt und schließlich – nach einem besonders gelungen Trip – mit zwei Prostituierten einen flotten Dreier in seinem Motelzimmer veranstaltet, das ist ein Spiel mit den Klischees, das durchaus auch in die Hose gehen könnte. Aber weil Clint Eastwood eben Clint Eastwood ist, und weil der Mann auch mit 88 Jahren noch über eine gesunde Portion Selbstironie verfügt, wird es zum Erfolg.

Carsten Beyer, kulturradio

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