Kinostart Hard Powder, Bild: Studiocanal GmbH/dpa
Studiocanal GmbH
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Action - "Hard Powder"

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Gerade war im Wettbewerb der Berlinale "Out Stealing Horses" zu sehen, der neueste Film des norwegischen Regisseurs Hans Petter Moland, der dort auch mit einem silbernen Bären für die besondere Kameraarbeit ausgezeichnet wurde

Nun kommt bei uns sein vorhergehender Film in die Kinos, ein amerikanisches Remake seines eigenen Films "Kraftidioten – Einer nach dem anderen", prominent besetzt mit Liam Neeson. Im Original heißt der Film "Cold Pursuit", was so viel wie "kalte Verfolgungsjagd" heißt, der deutsche Verleihtitel "Hard Powder" bezieht sich doppeldeutig auf die Schnee-Massen am Schauplatz, in den winterlichen Rocky Mountains und zugleich auf die Drogen, mit denen die Geschichte ins Rollen kommt.

Skurriler Thriller

Ein junger Mann wird überwältigt und entführt und einen Tag später mit einer Überdosis Drogen tot gefunden. Sein Vater Nels, ein einfacher Schneepflugfahrer glaubt nicht daran, dass sein Sohn drogensüchtig war und macht sich selbst auf die Suche nach seinen Mördern, und gerät zwischen die Fronten eines Bandenkrieges zwischen lokalen Drogenpaten.

Hans Petter Moland hat seine eigene Geschichte aus dem grauen, düsteren norwegischen Hinterland des Originals in die gleißend weißen Schneelandschaften der amerikanischen Rocky Mountains verlegt. So wie sein stoischer Held mit dem Schneepflug Schneisen durch die meterhohen Schneemassen pflügt, bahnt er sich auch einen Weg durch das Dickicht des Verbrechens, von den Handlangern bis zum Boss an der Spitze.

In den mythischen Landschaften wird die norwegische Geschichte zum Americana, der skurrile Thriller zum Winter-Western in dem statt serbischen und albanischen Drogendealern indianische Ureinwohner um ihren Anteil am großen Kuchen kämpfen. Darüberhinaus wahrt Moland die bereits bekannte Mischung aus Action, schwarzer Komödie und für amerikanische Verhältnisse eher realistischen Figuren. Spätestens wenn sich roten Blutspuren malerisch auf dem Schnee verteilen, erinnert der Tonfall an das "Fargo" der Coen Brothers.

Hard Powder (c) 2018 Studio Canal
Bild: Studio Canal

Remake

Die Chance selber ein Remake seines eigenen Films zu drehen, bot Hans Petter Moland nicht nur das Spiel mit den mythischen Westernelementen des amerikanischen Kinos, sondern auch die Möglichkeiten eines sehr viel größeren Budgets.

Mit der Besetzung von Liam Neeson ("Schindlers Liste", Kinsey) dockt Moland an dessen zweite Karriere als Action Held, in den Rachethrillern des "96 Hours" Franchises, dreht es aber zugleich auch vom platten Ein Mann-sieht rot-Szenario zum subversiv lakonischen, nordisch skurrilen Thriller.

Anke Sternborg, kulturradio

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