Beale Street ©Tatum Mangus Annapurna Pictures DCM
Tatum Mangus Annapurna Pictures DCM
Bild: Tatum Mangus Annapurna Pictures DCM Download (mp3, 5 MB)

Literaturverfilmung - "Beale Street"

Bewertung:

Barry Jenkins gilt als Nachwuchshoffnung des US-amerikanischen Kinos. Mit gerade mal 37 gewann er seine ersten beiden Oscars für"Moonlight”, jetzt erzählt er erneut eine Geschichte, in der das Private politisch wird.

"Jeder Schwarze in den USA ist in der Beale Street geboren worden, im Schwarzenviertel irgendeiner amerikanischen Stadt - ob in Jackson, Mississippi oder Harlem, New York: Die Beale Street ist unser Erbe."

James Baldwins Roman "If Beale Street Could Talk" aus dem Jahr 1973 liefert die Vorlage für den neuen Film von Oscar-Preisträger Barry Jenkins.

Der Film erzählt die Love Story zwischen der 19-jährigen Verkäuferin Tish (KiKi Layne) und dem 22-jährigen Bildhauer Fonny (Stephan James). Die Beiden, die sich schon aus dem Sandkasten kennen, sind ein Traumpaar: Zärtlich, aufmerksam, und voller Vorfreude auf das gemeinsame Leben zu zweit. Als Tish schwanger wird, finden sie nach langer Suche endlich eine Wohnung. Mittenhinein in dieses private Glück platzt die Katastrophe: Nach einem Streit mit einem Polizisten lässt dieser Fonny verhaften. Vorgeworfen wird ihm die Vergewaltigung eines puerto-ricanischen Dienstmädchens. Das Opfer ist bald über alle Berge – und so steht Aussage gegen Aussage: Die eines weißen Polizisten gegen die eines jungen schwarzen Mannes …

Beale Street ©Tatum Mangus Annapurna Pictures DCM
Bild: Tatum Mangus Annapurna Pictures DCM

Barry Jenkins gilt als Nachwuchshoffnung des US-amerikanischen Kinos. Mit gerade mal 37 gewann er seine ersten beiden Oscars für"Moonlight”, jetzt erzählt er erneut eine Geschichte, in der das Private politisch wird. Fonnys Kampf gegen ein ungerechtes und rassistisches Justizsystem erinnern nicht nur an James Baldwin und die 70er Jahre, dieser Film ist auch ein Kommentar über die USA von heute, in der Organisationen wie "Black Lives Matter" gegen weiße Polizeigewalt aufbegehren.

Beale Street ©Tatum Mangus Annapurna Pictures DCM
Bild: Tatum Mangus Annapurna Pictures DCM

Gelungene Literaturverfilmung

Jenkins arbeitet dabei nicht mit den traditionellen Mitteln des politischen Kinos. Agit-Prop und platte Parolen sind ihm fremd, er verwendet lieber subtile Bilder (Kamera: James Laxton) und feine schauspielerische Nuancen. Dabei überzeugen neben dem jungen Liebespaar im Zentrum auch die Nebendarsteller - allen voran Regina King, die für ihre Rolle als Tishs Mutter Sharon mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde. "Du bist wieder in Freiheit, wenn unser Kind kommt", hat Tish Fonny bei ihrem ersten Besuch im Gefängnis versprochen. Und so macht sich Sharon auf die weite – und teure – Reise nach Puerto Rico, um die vergewaltigte Frau zu einer Rücknahme ihrer fragwürdigen Aussage zu bewegen.

Beale Street ist eine gelungene Literaturverfilmung mit einem tollen Schauspieler-Ensemble und großartigen Bildern. In dieser Form muss Barry Jenkins bereits jetzt zu den ganz großen Regisseuren des US-Kinos gezählt werden.

Carsten Beyer, kulturradio

weitere rezensionen

Bert Trautmann (David Kross) © SquareOne Entertainment
SquareOne Entertainment

Drama, Biografie - "Trautmann"

Es geht - um Fußball. Um den deutschen Torwart Bernd Trautmann. Eine starke Geschichte, die einen weniger konventionellen, einen mutigeren Film verdient hätte.

Bewertung:
Kinostart Hard Powder, Bild: Studiocanal GmbH/dpa
Studiocanal GmbH

Action - "Hard Powder"

Gerade war im Wettbewerb der Berlinale "Out Stealing Horses" zu sehen, der neueste Film des norwegischen Regisseurs Hans Petter Moland, der dort auch mit einem silbernen Bären für die besondere Kameraarbeit ausgezeichnet wurde

Bewertung: