Lasagne ©CTK/digifoodstock
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Geschmackssache - Weihnachtsessen auf Vorrat

Wenn Heiligabend und Silvester auf Sonntage fallen, wie dieses Jahr, wäre es zu empfehlen, nicht nur zeitig einzukaufen, sondern auch im Vorfeld zu kochen. Was eignet sich besser als Aufläufe, um schon am Vortag zubereitet zu werden? Elisabetta Gaddoni empfiehlt  u.a. den Lasagneauflauf  "Vincisgrassi" und einige weitere Klassiker der festlichen Küche.

Den komischen Namen soll dieser Auflauf vom österreichischen General Alfred von Windisch-Graetz erhalten haben, als dieser mit seiner Armee 1849 die Stadt Ancona belagerte. Da er vom üppigen Gericht so begeistert war, nannte man es nach ihm. Aus "Windisch-Graetz" sei dann später im Italienischen "Vincisgrassi" geworden.

Ganz scheint die Geschichte aber nicht zu stimmen, denn das Rezept erschien bereits in einem Kochbuch von 1779 mit dem Namen "Princisgrass", sprich: "des Prinzen Fett", weil für den besonders reichhaltigen Auflauf sogar Trüffel verwendet wurden. Im bäuerlichen Vincisgrassi hingegen kamen vor allem die Zutaten zum Einsatz, die auf dem Bauernhof zur Verfügung standen, wie Eier, Pilze, Käse, Fleisch und Innereien.

Eine besonders reichhaltige Sauce

Schon bei der Zubereitung merkt man, dass es sich um ein Festtagsgericht handelt. Man verwendet für den Teig mehr Eigelb als Eiklar, so dass er schmackhafter wird. Die fehlende Flüssigkeit beim Kneten des Mehls wird durch etwas Vinsanto oder Marsala ersetzt. Früher wurden die Teigbögen statt im Salzwasser kurz in Fleischbrüche gekocht.

Dann ist die Sauce besonders reichhaltig: traditionell wird sie mit verschiedenen Fleischsorten gemacht, ähnlich wie eine "Bolognese". Es gehören aber auch getrocknete Steinpilze dazu ebenso wie feingehackte, angebratene Hühnerleber: Das mag den heutigen Geschmack nicht immer treffen, verleiht aber der Sauce eine besonders würzige Note.

Sieben Teigschichten

Zum Auflauf gehören sieben Teigschichten, die mit Parmesankäse bestreut und abwechselnd mit etwas Fleisch- und mit Bechamelsauce bestrichen werden, wohl aufpassend, dass das Ganze nicht zu nass und weich wird. Der gebackene Auflauf soll knusprig und leicht portionierbar sein, ohne dass die Stücke matschig auseinander fallen und in der Sauce schwimmen!

Die gefüllte Auflaufform sollte eine Nacht im Kühlschrank ruhen, damit der Auflauf fester wird und die Teigbögen den Geschmack der Saucen annehmen. So braucht man am Tage danach nichts weiter zu tun als die Auflaufform in den heißen Ofen zu schieben und in der Wartezeit Prosecco trinken und Geschenke auspacken.  

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Elisabetta Gaddoni, kulturradio

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