Kumquats; © imago
Bild: imago

Zuhause kochen mit Elisabetta Gaddoni - Kumquats

Viele denken bei Kumquats vielleicht nur an die hübsche Zierpflanze, die in hiesigen Breitengraden zumeist nach kurzer Zeit eingeht. Aber die kleinen Zitrusfrüchte können was.

Kumquats veredeln mit ihrem intensiven bittersüßen und säuerlichen Aroma Drinks und Nachspeisen ebenso wie herzhafte Gerichte. Das Gute steckt bei den "chinesischen Mandarinen" nicht im Inneren, sondern in der Schale und im weißen Fruchtfleisch darunter, während der etwas unangenehme Saft beim Kochen für säuerliche Noten sorgt.

Die Pflanze stammt aus China und Japan, sie wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeführt. Besonders gut gedeihen sie in Südeuropa, z.B. auf Korfu. Es gibt verschiedene Sorten: Die Züchtungen, die für den Verzehr bestimmt sind, ergeben Früchte, die viel dicker, fleischiger und süßer sind, als die der Zimmerpflanzen.

Die Schale dieser Orange in Bonsai-Form darf man unbesorgt essen, selbst wenn man keine Kumquats in Bio-Qualität findet: Sie wird in der Regel nicht mit Chemie gespritzt. Roh schmecken Kumquats auch, wenn man sich nicht an den Bitterstoffen der Schale stört. Sonst kann man die Früchte mit heißem Wasser waschen oder blanchieren.

Mehr als nur Deko

Halbiert oder in runde Scheiben geschnitten und gedünstet werden sie milder und weicher, behalten aber ihre Form und Konsistenz und wirken sehr dekorativ, nicht nur in Desserts, Long Drinks oder Gelées, sondern auch als Beilage in Hauptgerichten.

Das ist das Kuriose an dieser Frucht: ihr intensiver, bitter-süß-säuerlich-fruchtiger Geschmack passt beinahe zu allem: zu Fleischgerichten wie Rinderbraten oder Schweinemedaillons mit Rosmarin, als Marinade für die Poularde oder Entenbrust sowie zu Fischgerichten mit Kabeljau, Doraden oder Sardinen. Gemüsesorten wie Kürbis, Süßkartoffel oder Topinambur harmonieren ebenfalls hervorragend mit Kumquats. Obendrein machen sich die kleinen Früchte auf Salaten, in Suppen und in Pasta- und Reisegerichten gut.

Man kann wirklich endlos experimentieren: Es wird nicht schiefgehen, sofern man den besonderen Geschmack der Kumquats überhaupt mag!

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

Weitere Rezensionen

Schwapas im Restaurant "Schwarze Heidi"; © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni

Alpenländisches Restaurant - "Schwarze Heidi"

Die Küche aus der Schweiz ist in Berlin noch etwas unterrepräsentiert. Nur wenige Lokale bieten Röschti und andere alpine Spezialitäten an: darunter die Kreuzberger Kneipe mit dem kuriosen Namen "Schwarze Heidi".

Bewertung:
Restaurant Bruderherz
Anna Nesterenko

Italienisches Restaurant - "Bruderherz"

Zwei junge Berliner mit polnischen Wurzeln betreiben ein Ristorante, das einen deutschen Namen trägt. Was zunächst verwirrend klingt, ist beim Charlottenburger Amtsgerichtsplatz greifbar – und überzeugend.

Bewertung:
Kürbis; © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni

Zuhause kochen mit Elisabetta Gaddoni - Kürbis und Kaffee?

Kaum eine Gemüsesorte steht für den Herbst so wie der Kürbis. Wenn die Tage kürzer und kühler werden, erinnern die prallen Früchte an die Sonne, die sie in den Sommermonaten gespeichert haben. Ihr süßlicher Geschmack veredelt viele Gerichte und eignet sich auch für ungewöhnliche Kombinationen: mit Kaffee, Kakao, Lakritz und noch vielem mehr …