"Momiji"; © Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Restaurant - "Momiji"

Bewertung:

Der Name steht zwar für die roten Ahornblätter, die in Japan im Teig frittiert und gegessen werden. Aber die eigentliche Spezialität dieses Lokals sind Takoyaki, kleine runde Pfannkuchen mit Pulpo-Füllung, die an holländische Pofferties erinnern.

Beim Namen Takoyaki müssen selbst Liebhaber der japanischen Küche wahrscheinlich erstmal passen, denn diese Spezialität gab es in Berlin noch nicht. Erst das kleine Lokal in der Bleibtreustraße hat die Street-Food-Spezialität aus der Region um Osaka hier bei uns eingeführt.

Die pflaumengroße Pfannküchlein werden in Gusseisenformen mit kleinen runden Dellen gebacken, ähnlich wie holländische Pofferties. Sie sind aber nicht süß, sondern salzig. Zu den Zutaten gehören Pulpo-Stückchen, die einem weichen Teig aus Mehl, Wasser und Ei beigemischt werden, zusammen mit knusprigen Resten von frittiertem Tempura-Teig.

Die Masse, mit verschiedenen japanischen Gewürzen abgeschmeckt, wird dann in Bällchen gebacken, mit trockenen, hauchdünnen Flocken von Bonito-Fisch und mit Frühlingszwiebeln angerichtet. Zum Würzen kommen wahlweise japanische Worchestersauce, säuerliche Ponzu-Sauce oder japanische Mayonnaise zum Einsatz.

Mit ihrem milden, aparten Geschmack runden sie das ansprechende Angebot des Charlottenburger Mini-Restaurants ab.  

Weich und würzig

Die Konsistenz ist innen weich, das Aroma ist eher mild: Geschmacksexplosionen sind also nicht zu erwarten. Es sind aber angenehm gewürzte, ansprechende Häppchen, die schön präsentiert werden und sich gut als Vorspeise eignen.

Wir hatten vorab eine Misosuppe bestellt, die nicht nur gut schmeckte, sondern an dem sehr kalten Tag auch angenehm wärmend war. Zu den Takoyaki hatten wir als Beilagen Wasserspinat mit Sesam und wunderbarem Kürbis, cremig gegart und japanisch gewürzt. Zum Abschluss gab es noch zwei Desserts: einmal Chiffon-Cake, ein luftiger Kuchen mit seidenartiger Konsistenz und mit Pulver von geräuchertem grünem Tee aromatisiert, und einmal Matcha-Pudding, ein federleichtes Gelée, ebenfalls mit dem modischen grünen-Tee-Pulver aromatisiert, auf Azuki-Bohnen-Creme. Diese Zutat, die in fast allen japanischen Süßigkeiten zu finden ist, schmeckt kaum süß, dennoch sehr besonders, fast wie Edelkastanienpüree.

Schwebende Duftwolken

Grünen Tee gab es natürlich auch zum Trinken, in verschiedenen Sorten, aber wir haben uns für ein riesiges Glas heißen Ingwertee entschieden, da wir so unterkühlt waren. Kurioserweise war es im Raum auch etwas kühl, da wahrscheinlich gerade gelüftet worden war.

Es gibt eine moderne offene Küche, die auch als Theke fungiert: Man kann dort sitzen und Koch und Köchinnen bei der Arbeit zuschauen. Das ist zwar schön, aber sehr geruchsintensiv. Zum Glück ist der Geruch in diesem Fall angenehm: Es duftet einfach nach gutem Essen. Aber wenn man es nicht mag, dass anschließend Haare und Kleider für ein paar Stunden danach riechen, ist dieses wahrscheinlich nicht das Richtige. Wenn das nicht stört, ist das "Momiji" ein ausgesprochen angenehmes Lokal.

Die jungen Japanerinnen, die dort arbeiten, sind sehr freundlich und extrem bemüht, das Richtige an den Tisch zu bringen – trotz mancher sprachlichen Schwierigkeiten. Bei einer, die später an unseren Tisch kam, stellte sich heraus, dass sie Opernsängerin ist und perfekt italienisch spricht. Sie konnte uns dann alle Zutaten im Detail erklären.

Gehobene japanische Küche ist in diesem Mini-Restaurant nicht zu erwarten, dafür schmackhafte und liebevoll servierte Gerichte für den schnellen Mittagstisch und das unkomplizierte Abendessen.

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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