Pastiera Napoletana der Pasticceria MangiArte, Berlin; © Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Zuhause kochen mit Elisabetta Gaddoni - Vergessen Sie "Colomba"!

Es gibt noch mehr traditionelle Osterspezialitäten aus Italien.

Viele kennen den typischen Osterkuchen, der in Italiens Supermärkten zu finden ist und in der Form an eine Taube mit gespreizten Flügeln erinnert. Mittlerweile ist Colomba aber ein Industrieprodukt, das Monate im Voraus hergestellt wird und mittelmäßig schmeckt. Handwerklich gebackene Colomba vom Bäcker ist teuer, sie selbst zu machen ist sehr aufwendig. Daher gibt es beliebtere Kuchen, die das Osterfest begleiten: sowohl Hefegebäck, als auch süße oder herzhafte Torten mit viel Frischkäse und Eiern.

Eier, Frischkäse und Wildkräuter

Colomba war die industrielle Antwort auf die Hefekuchen aus briocheähnlichem Teig, die fast überall in Italien gebacken wurden und noch heute in einigen Regionen beliebt sind. Manchmal bestehen sie nur aus leicht gesüßtem Teig, wie die "Pinza Triestina", manchmal sind sie reichlich mit Käse, Wurst und Gemüse gefüllt, wie der neapolitanische "Casatiello" aus Brotteig.

Sehr typisch für Neapel ist die süße "Pastiera", der Osterkuchen schlechthin auch in vielen Gegenden Süditaliens und überall in der Welt, wo Süditaliener leben. Die flache Torte mit Mürbeteigboden wird mit einer Crème gefüllt, die aus Ricotta, Eiern, Zucker, fein geschnittenem Zitronat sowie eingeweichten, in Milch und Zimt gekochten Weizenkörnern besteht.

Weizen kommt in italienischen Rezepten relativ selten vor und zeugt vom orientalischen Einfluss: Die Osmanen haben vor 1.000 Jahren über ganz Süditalien geherrscht. Die Füllung wird noch mit Orangenblütenwasser abgeschmeckt, was der Pastiera erst recht eine orientalische Note verleiht.

Eiersuche im Teig

In Ligurien ist die "Torta Pasqualina" der Osterkuchen schlechthin. Der Boden wird aus mehreren dünnen Teigschichten aus Wasser, Salz und Olivenöl gemacht, die mit Olivenöl bestrichen werden. Zur Füllung gehören Ricotta, Käse, Eier sowie Spinat, Borretsch oder Mangold und Majoran. Darin werden kleine Mulden gegraben und lose Eier hineingegeben, und die Torte wird mit Teig zugedeckt.

Die "verlorenen" Eier werden beim Backen hart und sehen dann sehr dekorativ aus, wenn man die Torte aufschneidet.

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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