"Rote Bete"; © imago/Westend61
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Zuhause kochen mit Elisabetta Gaddoni - Bunt kochen mit Roter Bete

Gegen Winterblässe hilft Farbe in der Küche viel mehr als die Sonnenbank. Rote Bete bringt entfesselte Pinktöne und angenehme süßlich-erdige Aromanoten auf den Teller, ganz egal, ob sie Salate, Cremesuppen, Risotto, Spätzle oder Cheese-Cake bereichert.

Schwer zu glauben: Jahrhunderte lang wurde von der Roten Bete, so wie von den verwandten Rüben, nur das Grüne gegessen. Dabei sind die Wurzeln sehr schmackhaft und anscheinend auch noch gesund – und vor allem bieten sie eine Menge natürlichen und hartnäckigen Farbstoff. Dieser sorgt zwar für viel Arbeit in der Küche, kann aber auch viel Freude machen! Man kann ihn ganz ohne Bedenken für vielerlei Rezepte verwenden, zumal er nicht nur unverschämt intensiv ist, sondern auch hitzeresistent. Schon mit dem Saft, der sich in der Packung der vorgegarten Knollen befindet, lassen sich Spaghetti und Reisnudeln bis zur Unkenntlichkeit rot färben.

Auch die Glasur oder das Frosting für Torten oder Muffins lässt sich gut mit Rote-Bete-Saft himbeerrot färben. Mit dem pürierten Fruchtfleisch und anderen Zutaten, wie Kartoffeln, Knollensellerie, Frischkäse, Schmand und Meerrettich kann man salzige Torten zubereiten, die täuschend ähnlich wie süße Cheese Cakes aussehen.

Bunte Kocherlebnisse

Aber, abgesehen vom zweifelhaften Überraschungseffekt den solch ein Kuchen bei einem Kindergeburtstag hätte: Mit Rote Bete lässt sich alles farblich upgraden was gut schmeckt, aber nicht unbedingt spektakulär aussieht, so wie Kartoffelpüree, Spätzle, Gnocchi, Risotto, Sellerie- oder Blumenkohlsuppe.

Vakuumverpackte, vorgegarte Knollen sind praktisch und schnell zur Hand, wenn es darum geht, ein Gericht mit Roter Bete aufzupeppen. Puristen essen sie roh, geraspelt oder in dünn gehobelt, oder garen sie im Ofen, da sie dann viel intensiver schmecken. So oder so: Ohne Geschick und Einweghandschuhe werden auch die Hände und die Küchenwände nachhaltig gefärbt. Zwar lassen sich die roten Flecken mit Geduld und Zitronensaft mit der Zeit wieder entfernen, aber kurz vor einem Abendessen mit Gästen könnten sie den Eindruck erwecken, man habe gerade in der Küche geschlachtet. Wahrscheinlich aus diesem Grund lassen viele Menschen die Finger von der Rote Bete, selbst wenn mittlerweile Medien, Blogs und Apothekenblätter einstimmig auf die positiven Eigenschaften dieser Knolle hinweisen

Eisen, Folsäure, Vitamine und Mineralien, die in dieser Jahreszeit gerne in Tablettenform eingenommen werden, sollen in der roten Wurzel gespeichert sein und auf Abnehmer warten. Nur wegen der Oxalsäure, die die Rote Bete – ähnlich wie Rhabarber, Mangold und Spinat – enthält und für die Gesundheit nicht ganz unbedenklich ist, sollte man nicht täglich zu solchen Lebensmitteln greifen. Umso besser, denn wer hat schon Zeit und Lust, immer nach dem Kochen die Küche renovieren zu müssen …

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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