© Caffè Focacceria San Francesco
Bild: Caffè Focacceria San Francesco

Italienisches Lokal - Caffè Focacceria San Francesco

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Sizilianische Spezialitäten von herzhaft bis süß: Focaccia, Arancìni und Cannoli klingen nach Italienurlaub und erinnern an den Geschmack köstlicher Zwischenmahlzeiten in belebten Straßencafés.

Ein kleines Lokal, das Anfang April in Berlin Mitte eröffnet hat, verspricht mit seinen sizilianischen Leckerbissen Urlaubsfeeling. "Das Caffè Focacceria San Francesco" bietet das für Palermo typische Streetfood an, und setzt in Berlin die Tradition der "Antica Focacceria San Francesco" fort, eines der ältesten Lokale der sizilianischen Stadt.

Die Gaststätte ist seit 1834 die Adresse für populäres Essen in der Altstadt von Palermo. Noch heute besuchen sowohl Arbeiter als auch gut betuchte Bewohner der Stadt zu jeder Uhrzeit das suggestive Jugendstillokal, das gegenüber der S.Francesco-Kirche liegt.

Die "Antica Focacceria" ist vor etwa zehn Jahren auch über die Grenzen Italiens bekannt geworden, als der Inhaber sich geweigert hat, der Mafia Schutzgeld zu bezahlen und seine Erpresser angeklagt hat. Sein Beispiel hat ein großes Echo gehabt, in vielen Städten sind "Filialen" entstanden, die den Namen und das Konzept übernommen haben.

Das "Caffé Focacceria S. Francesco" in der Kastanienallee ist allerdings keine Filiale, sondern die selbstständige Gründung eines Neffen des Inhabers des Lokals in Palermo.

Modern, aber der Tradition verpflichtet

Die moderne und schlichte Einrichtung der kleinen Bar unterscheidet sich grundlegend vom historischen Flair der "Antica Focacceria". Aber das Angebot ist angelehnt an die Spezialitäten des "Mutterhauses", d.h. Focaccia in vielen Varianten: rot, also nur mit Tomatensauce, weiß, mit Olivenöl und Rosmarin, oder auch mit Auberginen, Kartoffeln, usw. Dick, aber genauso leicht und fluffig in der Konsistenz, wie sie sonst nur in Sizilien zu finden ist!

Der klassische Snack, den man in Italien in Bars oder Cafés zu Mittag oder zwischendurch isst, ist ebenfalls im Angebot: Arancini. Das sind gefüllte Risotto-Bällchen, mit Safran abgeschmeckt, dann paniert und goldbraun frittiert. Gefüllt sind sie entweder mit Rindfleisch, Erbsen und Tomaten-Ragout oder mit Béchamel und gekochtem Schicken. Das sind die zwei traditionellen Varianten, hier frisch zubereitet und in einer Qualität serviert, die selbst in Italien selten ist.

Weitere typische Spezialitäten sind Sfincione, eine Art Focaccia mit Zwiebeln und Käse, Panelle, frittierte Teilchen aus Kichererbsenpüree, und Lasagne nach sizilianischer Art. Dazu gibt es wenig typische, aber sehr gesunde Salate u.a. mit Avocado – wohl eine Konzession an das Mitte-Publikum.

Nur für Fortgeschrittene

Was allerdings bislang fehlt, ist die Spezialität Nr. 1 der Antica Focacceria in Palermo: das Pane ca Mèusa, das Brötchen mit Milzragout. Das ist eine Institution für die Bewohner von Palermo, aber hier in Berlin wahrscheinlich nicht ganz mehrheitsfähig. Das Milzbrötchen gehört daher nicht zum Standardangebot, wird aber zu besonderen Anlässen zubereitet, wenn viele Italiener dabei sind. Gleiches gilt für die Sarde Beccafico, die Sardinenröllchen mit Semmelbrot-Pinienkernfüllung.

Was natürlich bei einem sizilianischen Café nicht fehlen darf, ist ein großes Aufgebot an Brioches, Cornetti, Beignets und Cannoli, um den Espresso oder den Cappuccino zu begleiten, nicht nur morgens. Alles selbstgemacht, um nichts dem Zufall zu überlassen: Darum lassen sich die Betreiber, ein sympathisches junges Ehepaar, auch den Großteil der Zutaten aus Sizilien schicken, zum Beispiel die Schafsmilch-Ricotta für die fabelhaften Cannoli, die in Italien selten so frisch und so gut schmecken wie hier.

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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