Zucchini, Foto: Colourbox
Zucchini | Bild: Colourbox

Zuhause kochen mit Elisabetta Gaddoni - Wohin mit den ganzen Zucchini?

Zucchini wachsen zurzeit reichlich, sodass man kaum mit dem Ernten hinterherkommt. Vor allem zu groß geratene Exemplare, die etwas zäh und mehlig sind, bereiten Probleme. Aber selbst die lassen sich delikat verarbeiten.

Vor einigen Jahren gab es im Netz eine US-amerikanische Homepage mit dem lustigen Titel: "Wohin zum Teufel mit den ganzen Zucchini?", mit vielen Tipps darüber, wie man es schaffen könnte, in wenigen Tagen das Gemüse zu verarbeiten. Die Empfehlung war, mit den etwas zu groß und zu hart gewordenen Riesenzucchini Chutneys und Marmeladen zuzubereiten. Klingt gut, aber sie schmeckten irgendwie nicht: Die misslungenen Konserven haben wir irgendwann entsorgt.

Zucchini werden normalerweise im unreifen Zustand geerntet, d.h. wenn sie noch 10 bis 20 cm lang sind. Wenn man sie reifen lässt, werden sie so groß wie Kürbisse, aber der Geschmack ist dann nicht mehr ideal. Oft sind dann zu große, lästige Kerne in der Mitte der Frucht, die man herausschneiden muss. Dennoch lohnt es sich, auch die XL-Exemplare zu verarbeiten, es sei denn, die Zucchini schmecken bitter. Dann sollte man davon die Finger lassen, da diese Bitterstoffe schwere, sogar tödliche Bauchschmerzen verursachen können.

Salzig bis süß

Für Aufläufe, Quiche, Omeletts und sogar für süße Kuchen lassen sich auch größere Zucchini verwerten, wenn man das (kernlose) Fruchtfleisch fein raspelt und die Flüssigkeit gut wegpresst. Mein Stammcafé in Kreuzberg, das "Cuccuma", bietet seit Jahren einen wunderbaren Zucchini-Walnuss-Schoko-Kastenkuchen an.

Junge Zucchini kann man sonst für alles verwenden. Gerade wegen der Unreife schmecken sie relativ neutral, sodass sie sich mit allem kombinieren lassen. Solo schmecken sie vor allem frittiert oder gebraten. Oder auch gegrillt, wenn man sie vorher mariniert: mit Olivenöl, Chili, Knoblauch, Thymian, Zitronenschale und Salz, zum Beispiel. Ansonsten eignen sie sich hervorragend für Risotto- und Pastagerichte aller Art, mit Garnelen oder anderen Fischsorten, in Suppen oder in Aufläufen: in der "Parmigiana" können gebratene Zucchini Auberginen ersetzen.

Mit Hackfleisch gefüllte runde Zucchini, von allen Seiten angebraten, dann in Tomatensauce zu Ende gegart, sind ein typisches mediterranes Sommeressen. Eine beliebte Spezialität aus Süditalien sind die "Zucchine alla Scapece", frittierte Zucchini mit Minze und Knoblauch, Zucker und Essig abgeschmeckt und als Beilage serviert.

Kleiner Kürbis

Der Name "Zucchini" ist italienisch, das Gemüse stammt aber nicht aus Italien, sondern kam wie Kartoffeln, Tomaten & Co. aus Amerika, und verbreitete sich ab dem 17. Jahrhundert von Italien aus nach Europa. Daher ist das Wort Zucchini, das "kleiner Kürbis" bedeutet, auch in anderen Sprachen geläufig, selbst wenn es oft beim Aussprechen etwas strapaziert wird ("Zuccini", Zuhhini usw). Im Italienischen kann man den Namen übrigens sowohl männlich als auch weiblich sprechen: Zucchini oder Zucchine.

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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