Restaurant "Mini" in Kreuzberg © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Geschmackssache - "Mini"

Bewertung:

Das "Mini" ist eine italienische Weinbar und ein Bistro. Das Wohnzimmerlokal in Kreuzberg besticht mit informeller Atmosphäre und kleinen Gerichten, die von der Küche Norditaliens inspiriert sind.

Kleine Restaurants haben einen besonderen Charme. Nur wenige Tische, intime Atmosphäre, mehr Kontakt mit den Wirten und manchmal auch mit den anderen Kunden: das alles macht sie zu einer Alternative zu den großen Restaurants, die oft voll und laut sind. Ins "Mini", das sich seit Februar in der Kreuzberger Urbanstraße befindet, passen immerhin mehr Menschen hinein, als ins gleichnamige Auto. Für die Gäste stehen fünf oder sechs größere oder kleinere Tische im vorderen Raum zur Verfügung.

Mit dem hübschen kleinen Tresen, den Tischen und Stühlen aus dunklem Holz und dem Sichtmauerwerk an einer Wand mutet das schlichte Lokal einladend an. Die Besucher sind hauptsächlich Italiener, so wie auch die Betreiber. An dem Abend waren aber auch Amerikaner da: das Publikum zwischen 20 und 40, das sich abends mitten in der Woche in Kreuzberg herumtreibt.

Köstliche Gerichte

Die Karte ist klein und wechselt oft. Viele der Gerichte sind als Vorspeise oder Begleitung zum Wein gedacht: "Bruschette Fighissime", sprich "supercoole Bruschette" sind geröstete Weißbrotscheiben, köstlich mit Erbsen, Minze und Pecorino oder mit hauchdünnem Tiroler Speck, Kastanien und Honig belegt. Oder auch Holztabletts, Tagliéri, mit gemischten, sehr schön angerichteten Vorspeisen -  Wurstwaren, Käse, Rohkost und Oliven -, oder einfach geröstetes Brot mit Butter und Anchovis.

Zwei Pasta-Gerichte stehen zur Wahl: Spaghetti all'Amatriciana, mit Tomatensauce und Schweinebacke (guanciale), und  'Gnudi', eine Art Ricotta-Gnocchi mit Butter und Salbei angerichtet: fest außen und cremig innen, mild und nicht zu schwer. Besonders ansprechend sind die Salate, eins mit Rotkohl, Walnuss, Salva Cremasco - einem Rohmilchkäse aus der Lombardei -,  Äpfeln und Orangen; das andere aus fein geschnittenen, marinierten rohen Artischocken, köstlich mit Minze und Pecorino-Käse abgeschmeckt, ein für Berlin ungewöhnliches Gericht.  

Platz für spontane Gäste

Das "Mini" bietet also keine komplizierte Küche, sondern kleine Gerichte, die durch die Frische und die getroffene Kombination der Zutaten überzeugen und preislich moderat sind. Für das Lokal spricht auch die Gastfreundlichkeit der Betreiber, die nicht zögern, den kleinen Raum auf den Kopf zu stellen, wenn es darum geht, Platz für spontane Gäste zu schaffen.  

Elisabetta Gaddoni, kulturradio  

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